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Verbund-Ergebnisse veröffentlicht

Stärkerer Rückgang als von Analysten erwartet - EBITDA sank um ein Drittel

Pflichtveröffentlichung - Verbund-Ergebnisse veröffentlicht © Bild: News Deak Marcus E.

Eine schwache Wasserführung und die niedrigen Strompreise haben dem Verbund-Konzern im ersten Quartal einen starken Gewinnrückgang beschert. Der Nettogewinn halbierte sich beinahe auf 40,9 Mio. Euro (nach 77 Mio. Euro ein Jahr davor), ein Rückgang um 47 Prozent. Analysten hatten im Schnitt lediglich 35 Prozent Minus erwartet.

Das EBITDA schrumpfte um 33,9 Prozent auf 207 (313) Mio. Euro, teilte der Verbund am Mittwoch weiter mit. Beim operativen Ergebnis erfolgte eine Halbierung auf 111 (234) Mio. Euro, eine Verringerung um fast 53 Prozent.

Der Wasserkraft-Erzeugungskoeffizient lag im 1. Quartal mit 0,93 um 7,0 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt und um 27 Prozentpunkte unter dem Vergleichswert von Anfang 2013. Die Wasserkraft-Erzeugung ging um 1.077 GWh zurück, die Eigenerzeugung war mit 6.544 GWh um 22,9 Prozent niedriger als im ersten Quartal 2013.

Den Ausblick für das Gesamtjahr 2014 bestätigte der Stromkonzern. Auf Basis einer durchschnittlichen Eigenerzeugung aus Wasserkraft erwarte man ein EBITDA von rund 850 Mio. Euro und ein Konzernergebnis (Nettogewinn) von rund 150 Mio. Euro. Die Ausschüttungsquote solle für 2014 rund 50 Prozent betragen, bezogen auf das um Einmaleffekte bereinigte Konzernergebnis.

Umsatz ein Fünftel tiefer

Durch die unter dem langjährigen Durchschnitt gelegene Wasserführung ging auch der Umsatz des Verbund im ersten Quartal markant zurück. Die Umsatzerlöse sanken um 21 Prozent auf 680 (862) Mio. Euro, teilte der größte heimische Stromkonzern am Mittwoch mit. Von der APA befragte Analysten hatten im Mittel 15 Prozent Minus erwartet.

Die Wasserkraft-Aufbringung des Verbund war mit 5.664 (6.741) GWh um 16 Prozent geringer (inkl. Bezugsrechte). Strom aus Wärmekraft gab es wegen der ungünstigen Marktbedingungen mit 657 (1.604) GWh um 59 Prozent weniger, dabei erzeugte das Gas-Kombikraftwerk Mellach lediglich 45 (284) GWh. Wind und Sonne steuerten 223 (138) GWh Strom bei.

Trotz der insgesamt um 23 Prozent auf 6.544 GWh gesunkenen Eigenerzeugung lag die Stromaufbringung mit 11.834 (12.962) GWh nur um knapp 9 Prozent tiefer. Grund dafür war vor allem der um beinahe 19 Prozent auf 4.312 (3.636) GWh ausgeweitete Fremdbezug aus Strom-Handel und -Vertrieb.

Stromabsatz ein Zehntel geringer

Der Stromabsatz des Verbund sank im ersten Quartal um 10 Prozent auf 10.965 (12.183) GWh. Dabei verringerte sich der Absatz an Endkunden um 6,3 Prozent auf 2.337 (2.493) GWh. Die erfolgreiche Marktoffensive habe 17.000 Neukunden gebracht, das Portfolio umfasse mehr als 322.000 Privatkunden, so der Verbund.

Der Absatz an Weiterverteiler schrumpfte um 5,5 Prozent auf 5.080 (5.377) GWh und an Händler sogar um 17,7 Prozent auf 3.548 (4.313) GWh. Die Summe aus Stromabsatz und Eigenbedarf lag mit 11.834 (12.962) GWh um 8,7 Prozent unter dem Niveau von Anfang 2013.

56 Prozent des verkauften Stroms setzte der Verbund im 1. Quartal am österreichischen Markt ab - hier wuchs die Menge um 2,2 Prozent auf 6.096 GWh. Auf den deutschen Markt entfielen mit 4.090 GWh (-19 Prozent) immerhin 84 Prozent der im Ausland abgesetzten Mengen. In Frankreich ging der Stromabsatz um 45 Prozent auf 510 GWh zurück.

Die Stromerlöse des Verbund verringerten sich zum Jahresauftakt infolge der Mengen- und Preisrückgänge um 155 Mio. auf 556 Mio. Euro, erklärte das Unternehmen weiter. Der Personalaufwand wuchs um 5,6 Mio. auf 85,2 Mio. Euro, allein 2,8 Mio. Euro des Anstiegs resultierten aus der Vollkonsolidierung der Grenzkraftwerke GmbH und der Innwerk AG sowie der KV-Anpassung 2014; gegenläufig habe sich der externe Personalaufnahmestopp im Rahmen des Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramms ausgewirkt. Der betriebswirtschaftliche Personalstand lag im Schnitt bei 3.260, um 2,5 Prozent höher.

Die Abschreibungen (auf immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen) stiegen um 20,5 Mio. auf 96,3 Mio. Euro. Der Zuwachs erklärt sich überwiegend aus dem Erwerb von Anteilen an bayerischen Wasserkraftwerken infolge des Asset-Swaps mit E.ON im 2. Vierteljahr 2013 sowie aus den Inbetriebnahmen der Windparks in Rumänien und Deutschland 2013.

Die Effekte aus Werthaltigkeitsprüfungen betrugen heuer von Jänner bis März lediglich -0,1 Mio. Euro, nach -3,8 Mio. Euro ein Jahr zuvor. Dies betraf heuer im Wesentlichen die Wertminderung des Windparks in Kavarna in Bulgarien, so der Verbund.

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