Energiekonzern von

Verbund streicht bis
2020 weitere 250 Jobs

Sparprogramm verlängert: Personalabbau findet im thermischen Bereich statt

Das Kraftwerk Mellach bei Graz © Bild: APA/HELGE SOMMER

Der Verbund-Stromkonzern setzt sein Sparprogramm fort und baut über die schon bisher geplante Streichung von 250 Stellen weitere 250 Jobs bis zum Jahr 2020 ab. Darüber wurde die Belegschaft am Dienstag informiert.

Vom ersten Streichungs-Plan, der im Herbst 2013 gestartet wurde, sind rund vier Fünftel in Form sozialverträglicher Lösungen schon "abgearbeitet", ein Fünftel der Betroffenen stehe dem konzerninternen Arbeitsmarkt zur Verfügung, hieß es auf Anfrage.

Abbau bei kalorischen Kraftwerken

Für die zweite Tranche von erneut 250 Stellen ist ein großer Teil des Abbaus bei kalorischen Kraftwerken infolge der dortigen Schließungs- und Verkaufsmaßnahmen geplant. Konkret sollen hier in Österreich rund 80 Stellen wegfallen, in Frankreich rund 30. Überdies soll der schon im Vorjahr gestraffte Investitionsplan "neuerlich deutliche Abstriche erhalten", woraus ein Abbau von circa 60 Stellen resultiere.

Konzern: Reaktion auf Energiemarktveränderungen

Begründet wird die Fortsetzung des Personalabbaus und des Sparprogramms vom Verbund-Stromkonzern mit dem dramatisch veränderten Energiemarkt. Nach dem Rückzug aus der Türkei 2013 sowie heuer aus Italien, Frankreich und Bulgarien konzentriere man sich auf Österreich und Deutschland. Die geplanten Kosteneinsparungen von mehr als 130 Mio. Euro des im Vorjahr geschnürten Maßnahmenpakets werde man bis 2015 "jedenfalls erzielen", erklärte der Verbund am Dienstag. Zu den 30 Mio. Euro Kosteneinsparungen von 2013 kämen 2014 weitere 65 Mio. Euro dazu.

Sozialverträgliche Maßnahmen sollen greifen

Schon aus diesem laufenden Programm resultierte ja eine - zu 80 Prozent erledigte - Stellenreduktion um rund 250 Menschen, weitere 250 sollen nun bis zum Jahr 2020 folgen - davon 110 Mitarbeiter in der Verwaltung; zuletzt lag der betriebswirtschaftliche Personalstand des Verbund bei rund 3.300.

Der Fokus auf Wasserkraft und energienahe Dienstleistungen auf den Märkten Österreich und Deutschland reduziere die Komplexität des Unternehmens deutlich und stelle zugleich neue Anforderungen an den Verbund, stellt der zu 51 Prozent im Eigentum der Republik Österreich stehende Konzern fest. Deshalb habe man für die Zeit bis 2020 einen weiteren Personalabbau von 110 Mitarbeitern in Verwaltung, Administration und im kaufmännischen Bereich festgesetzt. Auch hier würden die gemäß dem vereinbarten Sozialplan vorgesehenen sozialverträglichen Maßnahmen greifen.

Der Personalaufnahmestopp - ausgenommen Lehrlinge - bleibe aufrecht. Der erfolgreiche interne Arbeitsmarkt werde fortgesetzt. Weitere rund 75 notwendige Nachbesetzungen würden nicht extern, sondern über den internen Arbeitsmarkt abgedeckt.

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