"Verbrechen gegen die Menschlichkeit": Islam-Hass für Erdogan wie Antisemitismus

Warnung vor zunehmender Feindlichkeit gegen Islam

Anstiftung zur Islam-Feindlichkeit sollte nach Einschätzung des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft werden. "So wie Antisemitismus ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist, sollte auch Islamophobie betrachtet werden", sagte Erdogan, Chef der gemäßigt-islamischen türkischen Regierungspartei.

Der türkische Premier warnte in seiner Rede vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarates vor einer zunehmenden Islam- und Fremdenfeindlichkeit in der Welt, in der "wir Muslime uns immer stärker belagert fühlen". Mit Hinweis auf die Affäre um dänische Mohammed-Karikaturen sagte Erdogan, man dürfe Meinungsfreiheit nicht mit Beschimpfungs-Freiheit verwechseln. Diese Affäre zeige nicht nur einen "mangelnden Respekt vor religiösen Überzeugungen", sondern sei Zeichen einer "wachsenden und gefährlichen Polarisierung zwischen der westlichen und der islamischen Welt".

Erdogan forderte die westlichen Staaten auf, die dort lebenden Muslime besser zu integrieren. "Mit einem Bevölkerungsanteil zwischen zehn und 25 Prozent in den größten Städten Europas ist es wichtig, eine Politik der sozialen Integration fortzuführen, um ein friedliches Zusammenleben zu sichern."

In der islamischen Welt verstärke sich zugleich der Eindruck, dass ihre Werte vom Westen angegriffen würden, sagte Erdogan weiter. Vorfälle wie der mit den von Muslimen in aller Welt als gotteslästerlich empfundenen Karikaturen des Propheten Mohammed verstärkten einen Trend, der aus dem Westen und der islamischen Welt Feinde machen könnten. "Alle Freiheiten haben eine Grenze. Man kann keine grenzenlosen Freiheiten haben - es hat in der Geschichte nie eine unbeschränkte Meinungsfreiheit gegeben", sagte Erdogan.

(apa)