Verbrannte Frauenleiche im Burgenland: Kein eindeutiger Hinweis auf Serientäter

Polizei: Kein typisches Bild einer Prostituierten Zusammenhang mit ähnlich Fällen sei zu hinterfragen

Verbrannte Frauenleiche im Burgenland: Kein eindeutiger Hinweis auf Serientäter © Bild: APA/Neubauer

Die bei Nickelsdorf im Burgenland gefundene, verbrannte Frauenleiche "passt nicht in ein idealtypisches Bild einer Prostituierten. Deshalb ist ein Zusammenhang mit ähnlich scheinenden Fällen zu hinterfragen." Das sagte Oberstleutnant Norbert Janitsch vom Landeskriminalamt Burgenland.

Es werde daher weiterhin in alle Richtungen ermittelt. Sowohl ein Beziehungsverbrechen als auch ein Serientäter könnten laut Janitsch "zur Stunde nicht ausgeschlossen werden". Janitsch weiter: "Wir können zur Stunde keine Eingrenzungen auf bestimmte Täter oder ein bestimmtes Umfeld machen."

"Jemand muss Täter gesehen haben"
Die Ermittler im Burgenland hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung: "Jemand muss den Täter gesehen haben, als er zum Ort (wo die Leiche abgelegt und angezündet wurde, Anm.) fuhr und diesen wieder verlassen hat", betonte Janitsch.

Anhand des Zeitpunkts der Rauchentwicklung sollte festlegt werden, wann genau die Frau mit einem Brandbeschleuniger übergossen und anschließend angezündet wurde. Außerdem setzte man auf Kooperation: "Wir versuchen jetzt, international zusammenzuarbeiten und alle Informationen und Hinweise zusammenzukratzen", berichtete Janitsch weiter.

Das Landeskriminalamt Niederösterreich wurde von den burgenländischen Kollegen zur Tatortarbeit hinzugezogen, um mögliche Parallelen zwischen den Fällen abzuklären. Das Bundeskriminalamt (BK) hat die operativen Fallanalytiker im Einsatz. Bevor eine Sonderkommission gebildet werde, müsse man die Ergebnisse der Ermittler an Ort und Stelle abwarten und bewerten, hieß es aus dem BK.

Parallelen zu früheren Morden
Die Leiche war an der Bundesstraße 10 entdeckt worden. Parallelen gibt es unter anderem zu dem Mord an der in Wien als Prostituierte registrierten Tschechin Katerina Vavrova. Im August 2007 fanden Radfahrer ihre Leiche an einer aufgelassenen Bahnstrecke in Asparn an der Zaya. Sie war mit Messerstichen getötet und angezündet worden.

Noch ähnlicher wirkt der Mord an der 24-jährigen bulgarischen Prostituierten Petya Filkova, die am 30. Mai 2010 bei Hohenruppersdorf (Bezirk Gänserndorf) gefunden wurde. Sie starb an einem Schädel-Hirn-Trauma, dass sie durch drei wuchtige Schläge mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf erlitten hatte. Das Opfer wurde im Weinviertel abgelegt, mit Benzin überschüttet und angezündet.

(apa/red)