Verbale Ohrfeige für US-Präsident Bush:
"Gott segne ihn - einen völligen Versager"

Nancy Pelosi: "Er hat alle Glaubwürdigkeit verloren" San Francisco stimmt bald über "Bush-Klärwerk" ab

Verbale Ohrfeige für US-Präsident Bush:
"Gott segne ihn - einen völligen Versager" © Bild: Reuters/Lamarque

Die Präsidentin des US-Abgeordnetenhauses, Nancy Pelosi, sieht in Präsident George W. Bush einen "völligen Versager". In einem Interview des Senders CNN sagte die Demokratin in Washington: "Gott segne ihn, den Präsidenten der Vereinigten Staaten - einen völligen Versager, der alle Glaubwürdigkeit in den Augen des amerikanischen Volkes im Bereich der Wirtschaft, des (Irak-)Krieges, der Energieversorgung und was sonst noch allem verloren hat". US-Medien sprachen von einer der schärfsten Äußerungen der Parlamentspräsidentin gegenüber Bush.

Pelosi reagierte damit auf Kritik des Präsidenten vom Dienstag an der Arbeit des demokratisch beherrschten Kongresses, der es nach seinen Worten versäumt hat, viele wichtige Ausgabengesetze zu verabschieden. Die Parlamentspräsidentin konterte, dass der Kongress damit beschäftigt gewesen sei, hinter dem Präsidenten "aufzuräumen" und am Ende mehr getan haben werde als in seiner Verantwortung liege.

Die zweite Verunglimpfung
Während die Parlamentspräsidentin Bush einen völligen Versager nennt, benennen andere ein Klärwerk nach ihm. Bush-Kritiker in San Francisco haben genügend Unterschriften für eine ungewöhnliche Wählerinitiative gesammelt. Die Bürger der kalifornischen Metropole werden im November darüber abstimmen, ob eine städtische Abwasser-Reinigungsanlage künftig "George W. Bush-Klärwerk" heißen soll. Wie der "San Francisco Chronicle" unter Berufung auf einen Wahlausschuss berichtete, haben die politischen Aktivisten über 12.000 Unterschriften für ihre Initiative gesammelt und sich damit einen Platz auf dem Stimmzettel gesichert.

Ein Bush-Klärwerk werde die Menschen dazu veranlassen, nach dem "Warum" zu fragen, "und dann können sie über den Irak-Krieg und die Vorgeschichte diskutieren", sagte der Organisator des geplanten Volksentscheids, Brian McConnell kürzlich. "Die Menschen wollen gern schlechte Augenblicke der Geschichte vergessen, und dies ist unser Weg sicherzustellen, dass das nicht geschieht." (apa/red)