Verabschiedet sich Westi von der Politik? BZÖ-Chef denkt "sehr ernsthaft" an Rückzug

Grund: "Politik in unterster Niveaulosigkeit angelangt" BZÖ-Chef übt Kritik an Haiders Gesamtschul-Politik <br>Mitstimmen: Soll sich Westenthaler verabschieden?

Verabschiedet sich Westi von der Politik? BZÖ-Chef denkt "sehr ernsthaft" an Rückzug

BZÖ-Obmann Peter Westenthaler erwägt einen Rückzug aus der Politik. In einem Interview erklärt er, "sehr ernsthaft" über solch einen Schritt nachzudenken. Als Grund gibt Westenthaler an, "dass die Politik in diesem Sommer in der untersten Niveaulosigkeit angelangt ist". Die Politik sei in der "Image-Gosse".

Motiviert wird die "ernste Nachdenkphase" des Bündnis-Chefs offenbar auch durch Unstimmigkeiten in den orangen Reihen. Westenthaler meint in der Tageszeitung "Österreich", "nicht mehr sicher zu sein", ob er aus der "eigenen Gruppe" die Zustimmung habe, die Politik von innen zu reformieren.

Grosz will Rückzugserwägungen nicht kommentieren
Keinen Kommentar zu den Rückzugsüberlegungen von Westenthaler abgeben will Gerald Grosz. "Den Worten des Parteiobmanns ist nichts hinzuzufügen", so der BZÖ-Generalsekretär.

Petzner zeigt Verständnis
Der stellvertretende Bundesobmann des BZÖ, Stefan Petzner, zeigt Verständnis dafür, dass Westenthaler seinen Rückzug aus der Politik in Erwägung zieht. "Wenn er die philosophische Sinnfrage nach dem Image der Politik stellt, dann ist das Angesichts der täglichen Anschüttungen von Rot und Schwarz verständlich", sagte Petzner.

"Jörg Haider und ich haben Westenthaler zurück in die Politik geholt. Das war richtig, dieser Meinung sind wir noch immer", erklärte Petzner. Der BZÖ-Obmann habe sicher Recht, wenn er sich über das Image der Politik Gedanken mache. "Das rot-schwarze Politiksystem führt nämlich langfristig zu einer Erosion in der Demokratie", übte Petzner Kritik an der großen Koalition.

FPÖ-Spott für Westenthales Rücktrittsgedanken
Mit Spott und Hohn reagiert die FPÖ auf die öffentlichen Rücktrittsgedanken von Westenthaler. Für FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky ist es "schon herzig", wenn Westenthaler ausgerechnet mangelndes Niveau in der Politik als Grund dafür angebe. "Genau so gut könnte Richard Lugner über die Einmischung der Medien in sein Privatleben erbost sein oder sich Jürgen Drews über die 'Ballermannisierung' der Musik erzürnt zeigen", ätzte der blaue Generalsekretär über seine ehemaligen Parteifreunde.

Kritik an Haider
Kritik übt der BZÖ-Obmann konkret am Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider wegen dessen Einsatzes für die Gesamtschule. Dieses Eintreten sei "völlig falsch", umso mehr die Haider-Idee eines Volksbegehrens pro gemeinsame Schule: "Ohne mich! Ich bin ja nicht in die Politik gegangen, damit ich sozialistische Politik mache." (apa)