Venezuelas Präsident Chávez fürchtet um
Leben: "Kolumbien & USA wollen mit töten!"

Kolumbianische Regierung wies Vorwurf sofort zurück Zudem soll USA, den Frieden in Kolumbien gefährden

Venezuelas Präsident Chávez verdächtigt die USA und Kolumbien einer Mordverschwörung gegen ihn. "In Bogota gibt es US-Vertreter und kolumbianische Militärs, die mich umbringen und einen bewaffneten Konflikt zwischen Kolumbien und Venezuela anzetteln wollen", sagte Chavez bei einem Besuch in Nicaragua. Die kolumbianische Regierung, engster Verbündeter der USA in Südamerika, wies die Vorwürfe umgehend zurück. Chávez solle seine Aggressionen gegen Kolumbien beenden, forderte Außenminister Fernando Araujo.

Chávez hat die USA mehrfach verdächtigt, seine Ermordung zu planen. Neu ist allerdings der Vorwurf, dass Kolumbien die USA bei diesem Vorhaben unterstütze. Mit seiner Verdächtigung vertieft der Linkspolitiker die diplomatische Eiszeit zwischen beiden Ländern. Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe hatte seinem Kollegen Chavez Ende des vergangenen Jahres ein Mandat zur Vermittlung in der Geisel-Krise mit den kolumbianischen FARC-Rebellen entzogen. Chávez erklärte daraufhin, er wolle mit der kolumbianischen Regierung nichts mehr zu tun haben.

USA will keinen Frieden in Kolumbien
Chávez hat den USA vorgeworfen, eine friedliche Lösung im kolumbianischen Rebellenkonflikts zu verhindern. "Wir wollen den Frieden", sagte Chávez am Rande eines Staatsbesuches in Nicaragua. Das "nordamerikanische Imperium" widersetzte sich dagegen dem Frieden und übe Druck auf die kolumbianische Regierung aus.

Bogotá hatte formalen Protest gegen die Forderungen von Chávez nach einer Anerkennung der kolumbianischen Rebellengruppen eingelegt. Der venezolanische Staatschef kündigte an, sein Engagement trotz der Protestnote fortzusetzen. "Es gibt keine militärische Lösung", sagte Chávez weiter.

Bogotá ärgert sich über Einmischung Chávez'
Der Friedensbeauftragter der Regierung in Bogotá, Luis Carlos Restrepo, nannte den Vorschlag von Chávez eine "Einmischung in die inneren Angelegenheiten Kolumbiens". Mit seinen Äußerungen habe der venezolanische Präsident gegen die Bestimmungen der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und der UNO verstoßen, sagte Restrepo am Mittwoch in Bogotá. "Wir sind ein souveräner Staat und wir bitten die Welt, bei Terroristen keine Nachsicht walten zu lassen.".

Chávez hatte sich in der vergangenen Woche für eine Anerkennung der linksgerichteten Rebellengruppen eingesetzt, die seit Jahrzehnten gegen die Regierung in Bogotá kämpfen. Die Länder Lateinamerikas und Europas sollten die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) sowie das Nationale Befreiungsheer (ELN) von der Liste der Terror-Gruppen streichen, forderte Chávez, der sich zuvor erfolgreich für die Freilassung der FARC-Geiseln Clara Rojas und Consuelo González eingesetzt hatte. Außerdem hatte Chávez angeboten, zwischen der kolumbianischen Regierung und den Rebellen zu vermitteln. (APA/red)