Venezuela von

Proteste gegen Vollmachten
für Präsident Maduro

Tausende auf der Straße. Geheimdienst soll Oppositionellen verschleppt haben.

Proteste in Caracas. © Bild: REUTERS/Jorge Silva

Tausende Demonstranten sind am Samstag in Venezuela gegen die Regierung auf die Straße gegangen. Bei zahlreichen Kundgebungen im ganzen Land protestierten sie gegen das jüngst verabschiedete Ermächtigungsgesetz, nach dem Präsident Nicolas Maduro nun ein Jahr mit Dekreten und ohne Beteiligung des Parlaments regieren kann.

"Die Venezolaner wollen nicht in einem Land wie Kuba leben", sagte der Bürgermeisterkandidat für den Hauptstadtbezirk Chacao, Ramon Muchacho, wie die Zeitung "El Universal" berichtete. Venezuela leidet unter einer Inflationsrate von über 40 Prozent und Mangelwirtschaft.

Am 8. Dezember finden in Venezuela Kommunalwahlen statt, die als Testabstimmung über Maduros bisherige rund sechsmonatige Amtszeit gelten. "Wenn sie (die Regierung) am 8. Dezember gewinnen, wird sich das Chaos, das wir im Moment erleben, noch verschärfen", sagte Oppositionsführer Henrique Capriles.

Regierung soll Wahlkampfleiter verschleppt haben

Vor Beginn der Demonstrationen hatte Capriles die Regierung bezichtigt, seinen Wahlkampfleiter Alejandro Silva verschleppt zu haben. Beamte des Militärgeheimdienstes hätten ihn in den frühen Morgenstunden in einem Hotel in Caracas aufgegriffen und weggebracht. "Alejandro Silva ist von dem Regime des Feiglings Maduro entführt worden", schrieb Capriles im Kurznachrichtendienst Twitter.

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