Vatileaks von

Ex-Kammerdiener gesteht

Gabriele gibt zu, seit 2010 vertrauliche Dokumente weitergegeben zu haben

Paolo Gabriele bei der Gerichtsverhandlung im Vatikan. © Bild: APA/EPA/OSSERVATORE ROMANO

Im Prozess um die Enthüllungsaffäre "Vatileaks" hat der angeklagten Ex-Kammerdiener des Papstes, Paolo Gabriele, nun gestanden. Er gab am Dienstag vor dem vatikanischen Gericht zu, vertrauliche Dokumente weitergegeben zu haben. Er habe keine Komplizen gehabt.

"Ich bin überzeugt, dass es einfach ist, eine Person mit einer derartigen Macht zu manipulieren. Oft saßen wir am Tisch und der Papst stellte Fragen über Angelegenheiten, über die er hätte informiert sein sollen", berichtete der 46-Jährige. In Bezug auf den Vorwurf des erschwerten Diebstahls sei er unschuldig, versicherte Gabriele. Er gab jedoch zu, dass er das Vertrauen des Papstes missbraucht habe, den er "wie ein Sohn", liebe.

Gabriele: Habe allein gehandelt

Gabriele berichtete, dass er bereits 2010 begonnen habe, vertrauliche Dokumente des Heiligen Vaters an die Öffentlichkeit zu bringen. Er versicherte, dass er allein gehandelt habe, allerdings seien in den letzten Jahren auch Dokumente über andere Personen des Vatikans an die Öffentlichkeit gekommen. Gelegentlich habe er vertrauliche Gespräche mit den Kardinälen Paolo Sardi und Angelo Comastri geführt.