Vatikan-Schutz für pädophile Priester: BBC-Video im Internet sorgt für große Aufregung

Dokumentation erhebt Vorwürfe gegen Ratzinger Geheimdokument namens "Crimen Sollicitationis"

Eine im Vorjahr in Großbritannien ausgestrahlte Dokumentation der BBC über pädophile Priester macht derzeit im Internet die Runde. Vor allem in Italien sorgt das auf YouTube zu sehende Video für Aufsehen. Darin wird der frühere Kardinal und heutige Papst, Joseph Ratzinger, beschuldigt, Geistliche geschützt zu haben, die sich an Kindern vergangen haben.

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Eine "Welle der Empörung", die täglich wachse, gehe derzeit durch das Internet, schreibt die italienische Zeitung "La Repubblica" in ihrer Internetausgabe. Das BBC-Video unter dem Titel "Sex Crimes and the Vatican" berichtet von Dutzenden des Kindesmissbrauchs angeklagten Geistlichen. Darunter ist der Fall der Diözese von Ferns in Irland. Ebenso wie die Verbrechen seien auch die Urheber von den kirchlichen Behörden geschützt worden, heißt es.

Grundlage für dieses Vorgehen war den Angaben zufolge ein Geheimdokument namens "Crimen Sollicitationis", das vom Heiligen Offizium, der heutigen Glaubenskongregation, 1962 herausgegeben wurde. Darin enthalten seien Anweisungen an die Bischöfe, wie man sich in Fällen von Priestern verhalten solle, die den Beichtstuhl für sexuelle Avancen nutzten oder die sexueller Kontakte mit Tieren, Kindern oder Männern beschuldigt wurden.

Verantwortlich für diese Anweisungen war laut der BBC-Dokumentation Joseph Ratzinger, der heutige Papst Benedikt XVI.. Die Skandale seien mit Schweigen unterdrückt und die von den Justizbehörden gesuchten Geistlichen versteckt worden. Das Video hat eine direkte und raue Sprache. Es gibt Zeugenaussagen von Menschen wieder, die angeben, als Kinder von Priestern missbraucht worden zu sein. Laut "Repubblica" hat das Video bereits zu lebhaften Diskussionen im Netz geführt. (apa/red)