Vatikan im Kampf gegen "das Böse": Papst plant angeblich kleines "Exorzismus-1x1"

Will Bischöfe zum Teufelsaustreiber-Einsatz bewegen Chefexorzist Amorth besorgt über Sekten-Verbreitung

Vatikan im Kampf gegen "das Böse": Papst plant angeblich kleines "Exorzismus-1x1" © Bild: AP/Medichini

Der Papst will sich angeblich stärker mit dem Thema Exorzismus befassen. Laut dem katholischen Online-Nachrichtendienst "Petrus" arbeitet Benedikt XVI. an einem Dokument, um die Bischöfe in allen Diözesen zum Einsatz von Exorzisten zu bewegen, die Teufelsaustreibungen aus Menschen, Tieren, Orten oder Dingen praktizieren sollen. Die Richtlinien des Papstes zum heiklen Thema des Exorzismus sollten in den kommenden Monaten veröffentlicht werden, berichtete "Petrus".

Damit soll es für Gläubige einfacher werden, in der eigenen Diözese auf Priester zurückzugreifen, die mit Exorzismen vertraut sind. Die Bischofskonferenzen der verschiedenen Länder sollen über die Umsetzung der Richtlinien des Papstes in Bezug auf Exorzismus wachen, hieß es. Im dem geplanten Dokument will der Papst zudem auch ein traditionelles Schutzgebet am Ende jeder Messe wiederbeleben, berichtete "Petrus". Das Gebet zum Erzengel Michael wurde 1880 von Leo XIII. verfasst und soll auf eine Dämonene-Vision dieses Papstes zurückgehen.

Besorgt über Verbreitung satanischer Sekten
Laut dem Chefexorzisten des Vatikan, Pater Gabriele Amorth, soll Benedikt XVI. seine Bischöfe zur Einsetzung und Ausbildung von neuen Exorzisten aufgerufen haben, um weltweit den Anstieg von Satanismus und teuflischer Besessenheit zu bekämpfen. Der Heilige Stuhl sehe sich zu diesem Schritt veranlasst, da man sehr besorgt über den neuen Anstieg des Interesses am Okkulten sei. Grund hierfür sei nicht zuletzt die Verbreitung satanischer Sekten und deren Botschaften durch Rockmusik und Internet. Kurse sollten interessierte Priester auf dem Kampf gegen "diese extremste Form von Gottlosigkeit" vorbereiten, so Amorth.

"Zu viele Bischöfe nehmen diese Angelegenheit nicht ernst genug (...) Gott sei Dank haben wir in Benedikt XVI einen Papst, der die Existenz und die Gefahren des Bösen noch aus seiner Zeit als Leiter der Glaubenskongregation kennt", so Amorth.

Kurze Zeit später korrigierte der Direktor des vatikanischen Pressebüros, Pater Federico Lombardi, jedoch die Aussagen von Amorth: "Papst Benedikt XVI. hat nicht die Absicht die Bischöfe zu solchen Aktivitäten aufzurufen", sagte Lombardi.

Unter Benedikt XVI. und seinem Vorgänger Johannes Paul II. wurden und werden Exorzisten ausgebildet. Im Jahre 2003 wurden in Italien ca. 200 Priester als Exorzisten bestellt. Im Jahr 2005 nahm erstmals eine Frau, die katholische Theologin Alexandra von Teuffenbach, an der Exorzistenausbildung teil.

(apa/red)