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Castro trifft Papst Franziskus

Staatschef Raul Castro: "Ich habe dem Papst gedankt"

Der Papst trifft Castro. © Bild: APA/EPA/GREGORIO BORGIA

Papst Franziskus hat Kubas Staatschef Raul Castro zu einer Privataudienz im Vatikan empfangen. Das Treffen dauerte nach Vatikan-Angaben vom Sonntag etwa eine Stunde. "Ich habe dem Papst für seinen Beitrag zur Annäherung zwischen Kuba und den USA gedankt", sagte Castro nach dem Treffen der italienischen Nachrichtenagentur ANSA zufolge.

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Im Anschluss waren Gespräche zwischen Castro und dem italienischen Regierungschef Matteo Renzi geplant. Erzbischof Georg Gänswein hatte Castro am Sonntagvormittag im Vatikan begrüßt. Nach dem privaten Gespräch in seinem Arbeitszimmer verabschiedete Franziskus den kubanischen Staatschef mit einem Händedruck.

Der Papst trifft Castro.
© APA/EPA/FABIO FRUSTACI

Papst-Briefe an Obama und Castro

Die Vermittlung zwischen den USA und Kuba war der wohl spektakulärste Erfolg der vatikanischen Diplomatie in den vergangenen Jahrzehnten. Der Papst aus Argentinien hat sein Gewicht als neutrale moralische Autorität in die Waagschale gelegt, um eine der letzten Hochburgen des Sozialismus mit der einzigen verbliebenen Supermacht an einen Tisch zu bringen. Eingeleitet wurde die Annäherung durch Briefe des Papstes an die Präsidenten Barack Obama und Raul Castro. In den darauffolgenden Verhandlungen spielte der Vatikan nach Aussage aller Beteiligten eine wichtige Rolle. Freilich war Obama schon seit längerem an einer Kursänderung gegenüber Kuba gelegen. Die Initiative des Papstes bot ihm nun jedoch eine willkommene Argumentationshilfe, um diesen Schritt gegenüber den stets argwöhnischen Exil-Kubanern in den USA zu rechtfertigen.

Kuba und die USA verkündeten im Dezember überraschend einen diplomatischen Neustart nach mehr als 50 Jahren Eiszeit. Der Deal wurde unter anderem durch einen Gefangenenaustausch nach 18 Monaten Geheimverhandlungen möglich. In der Zeit soll auch der Papst zwischen beiden Seiten vermittelt haben. US-Präsident Barack Obama und sein kubanischer Amtskollege Raul Castro bedankten sich ausdrücklich beim Papst für seine Rolle bei den Gesprächen.

Papst plant Kuba-Besuch

Im September will Franziskus vor seiner USA-Reise Kuba besuchen. Dort wird sein Besuch mit Spannung erwartet. Das Land sei stolz auf den lateinamerikanischen Papst, sagte Außenminister Bruno Rodriguez, nachdem der Vatikan Ende April die Reise bekanntgab. Franziskus wird nach Johannes Paul II. 1998 und Benedikt XVI. 2012 das dritte katholische Oberhaupt sein, das den Karibikstaat besucht.

Auch die Katholische Kirche Kubas begrüßte die Ankündigung. Sie hob hervor, dass Franziskus eine wichtige Rolle bei der jüngst eingeleiteten Annäherung zwischen Kuba und den USA spielte. "Wir sind ihm sehr dankbar dafür", sagte ein Sprecher des Erzbistums in Havanna.

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