Eishockey von

Vanek-Transfer löst Vorfreude
im Eishockey-Mekka Montreal aus

Canadiens streben nach dem Stanley Cup - ÖEHV-Crack steht vor Playoff-Teilnahme

Halle der Montreal Canadiens © Bild: Bruce Bennett/Getty Images

Erst in der letzten Stunde der Transferzeit in der National Hockey League (NHL) hat Thomas Vanek seinen neuen Club bis Saisonende erfahren. Österreichs Eishockey-Ausnahmespieler ist am Mittwoch von den New York Islanders an die Montreal Canadiens abgegeben worden. Die Freude ist groß - auf beiden Seiten.

Vanek hat wohl die Chance, erstmals seit drei Jahren wieder im Playoff teilzunehmen und damit seinem großen Karriere-Ziel, dem Stanley Cup, näherzukommen. Die Canadiens liegen aktuell auf Rang drei der Eastern Conference und haben neun Punkte Vorsprung auf die Mannschaften außerhalb der Playoff-Plätze. "Das ist die spannende Sache am Wechsel hierher: Es gibt eine sehr gute Möglichkeit, dass ich eine Chance habe, in den Playoffs dabei zu sein. Das ist es, wofür wir alle spielen. Und wenn du dort dabei bist, kann alles passieren", sagte Vanek.

In Montreal freuen sich Verantwortliche und Fans, dass sie sehr günstig einen Top-Torjäger dazubekommen haben, der sie im Gegenzug näher an ihr großes Ziel bringen soll, das mit jenem von Vanek ident ist: Der 23-fache NHL-Champion ist seit 1993 ohne Stanley Cup und das bisher letzte kanadische Team, das die begehrteste Trophäe für das Mutterland des Eishockey gewonnen hat.

Fans der Montreal Canadiens
© Derek Leung/Getty Images Die Fans in Montreal lechzen nach dem Titel

Neo-Trainer ist glücklich über Vanek

"Ich bin wirklich glücklich, dass Thomas Vanek zu uns gekommen ist. Er ist ein Torjäger und zahlt immer einen Preis, um Tore erzielen zu können", erklärte Trainer Michel Therrien, dessen Team nur ein Zweitrunden-Draftrecht und den jungen Schweden Sebastian Collberg eintauschen musste. Der 20-jährige Collberg ist noch ohne NHL-Einsatz.

Im Gegenzug erhielten sie einen erprobten Torjäger. Seit seinem NHL-Debüt im Oktober 2005 haben nur sechs Spieler (Alexander Owetschkin, Ilja Kowaltschuk, Jarome Iginla, Dany Heatley, Pat Marleau und Eric Staal) mehr Tore als Vanek (271 im Grunddurchgang) erzielt. Mit 53 Punkten (21 Tore und 32 Assists) ist er gleich bester Scorer seines neuen Teams und zweitbester Torschütze hinter Max Pacioretty (30).

Thomas Vanek im Spiel der Islanders gegen Toronto
© Bruce Bennett/Getty Images Vanek kommt mit 53 Scorer-Punkten im Gepäck

Vaneks Ungewissheit ist zu Ende

Vanek zeigte sich hoch erfreut über seinen neuen Club und auch, dass die Ungewissheit für diese Saison beendet ist. "Ich bin begeistert, ein Montreal Canadien zu sein. Aber um ehrlich zu sein, war diese Saison hart für mich und meine Familie", meinte er in Anspielung auf seinen zweiten Transfer in dieser Saison nach jenem von den Buffalo Sabres zu den Islanders am 27. Oktober. "Jetzt weiß ich, dass es vorbei ist und ich bin heiß darauf, mich nur auf Eishockey zu konzentrieren und dem Team zu helfen, viele Spiele zu gewinnen." Bei den Canadiens trifft er auf zwei Olympiasieger von Sotschi, den Torhüter Carey Price und den Verteidiger P.K. Subban.

Vanek läuft voraussichtlich am (heutigen) Donnerstag im Auswärtsspiel bei den Phoenix Coyotes erstmals für die Canadiens ein. Sein Heimdebüt steht am 12. März gegen die Boston Bruins an. In seinen acht Jahren mit den Sabres war er oft zu Gast im Bell Centre von Montreal, einer Halle mit viel Eishockey-Geschichte. "Du denkst an das Hockey-Mekka, das ist Montreal. Es sind jene Gebäude und Städte, wo die Fans so elektrisierend sind. Ich bin super begeistert, dass ich nun ein Teil davon bin", erklärte Vanek.

Ob er allerdings lange in Montreal bleiben wird, ist offen. Vanek ist unverändert ab 1. Juli ein Free Agent und kann sich dann einen Club seiner Wahl suchen.

Kommentare