Vanek-Gala statt Austro-Duell: Sabres siegen dank Steirer im NHL-Playoff gegen Rangers

Steirer "Second Star" in Conference-Semifinale Pöck statt im österreichischen Duell auf Tribüne

Vanek-Gala statt Austro-Duell: Sabres siegen dank Steirer im NHL-Playoff gegen Rangers

Exakt 34 Minuten und 19 Sekunden war die Eastern-Conference-Semifinalserie zwischen den Buffalo Sabres und New York Rangers alt, als der 23-jährige Steirer Thomas Vanek die HSBC-Arena zum ersten Mal in ein Tollhaus verwandelte. "Thomas, Thomas"-Sprechchöre hallten durch die Heimstätte des heißesten Titel-Anwärters in der National Hockey League (NHL) und auf zahlreichen mitgebrachten Transparenten stand es bunt auf weiß geschrieben: "We want the Cup" - "Wir wollen den Stanley Cup".

Vanek hatte die Sabres-Fangemeinde am Erie-See mit seinem Powerplay-Tor zum 1:0 (35.) buchstäblich erlöst. Der beste Buffalo-Torjäger der regulären Saison (43 Treffer) lenkte einen Schuss von Dmitri Kalinin unhaltbar für den über weite Strecken herausragenden Rangers-Goalie Henrik Lundqvist (32 "saves") ab und sorgte nach dem 2:0 durch Ales Kotalik (37.) auch noch für den Glanzpunkt in Spiel 1 des "best of seven"-Duells. Vanek ließ Karel Rachunek an der blauen Linie mit einer Körpertäuschung stehen, umkurvte Paul Mara vor dem Tor und bezwang Lundqvist zum 3:0 (39.), seinem bereits vierten Playoff-Treffer.

Erste Playoff-Pleite für Rangers
Damit war der Grundstein zum 5:2-Heimerfolg des besten NHL-Teams aus dem Grunddurchgang gelegt. Die Sabres stellten in der Serie auf 1:0, Spiel 2 geht in der Nacht von Freitag auf Samstag erneut in Buffalo in Szene. Für die Rangers war es die erste Niederlage in den laufenden Playoffs, nachdem sie im Conference-Viertelfinale die Atlanta Thrashers mit 4:0 verabschiedet hatten. Gleichzeitig verloren sie nach vier Niederlagen in der regulären Saison auch das fünfte Saison-Duell mit den Sabres.

Noch einmal zurück zu Karel Rachunek: Der tschechische Verteidiger war gemeinsam mit Rangers-Headcoach Tom Renney dafür verantwortlich, dass es mit dem ersten Österreicher-Duell im NHL-Playoff vorerst noch nichts wurde. Der Kärntner Verteidiger Thomas Pöck, der seit Mitte Februar alle Spiele der Rangers absolviert und in der ersten Playoff-Runde gegen Atlanta drei Assists geleistet hatte, fand sich auf der Pressetribüne wieder. Für ihn brachte Renney besagten Rachunek, der nach sechswöchiger Verletzungspause (Seitenbandverletzung im Knie) ein Comeback gab.

Renney und seine "Broadway Blueshirts" hatten den offensivstarken Sabres bis zum ersten Vanek-Treffer erfolgreich getrotzt. Die vier Buffalo-Sturmlinien - eine davon bildete Vanek mit Derek Roy und Maxim Afinogenow - hatten sich zwar einige hochkarätige Chancen herausgespielt, waren aber immer wieder an Lundqvist gescheitert. Im Schlussabschnitt ging es dann Schlag auf Schlag: Zunächst verkürzte der slowakische Rangers-Stürmer Marcel Hossa (51.) auf 1:3. Dann brachte Jason Pominville (54./nach Videobeweis) die Hausherren wieder mit drei Toren in Front, ehe Tore von Rangers-Routinier Brendan Shanahan (60./PP) und Sabres-Stürmer Drew Stafford (60./empty net) den Endstand herstellten.

Hattrick verpasst
Vanek vergab im Finish nach Pass von Afinogenow sogar noch eine gute Chance auf den Hattrick. Seinen Cheftrainer Lindy Ruff hatte der österreichische NHL-Jungstar im ersten Playoff-Aufeinandertreffen der Sabres mit den Rangers seit 1978 aber trotzdem mehr als zufrieden gestellt. "Er ist zu dem Spieler geworden, den man in den Playoffs braucht", lobte der aktuell längstdienende NHL-Headcoach seinen Goalgetter und stellte Vanek ein gutes Saison-Zwischenzeugnis aus. "Es war ein Lernjahr für ihn, ein Reifejahr, das aber noch nicht aus ist", meinte Ruff dann schon wieder ein bisschen strenger. Dennoch redete er bezüglich des ersten Vanek-Treffers nicht um den heißen Brei herum: "Es war ein großes Tor."

Ruff war mit seiner Mannschaft generell zufrieden: "Ich war sehr glücklich mit der Art, wie wir unser Spiel durchgezogen haben. Darüber haben wir viel geredet. Wir haben uns viele Chancen erarbeitet, das Spiel war aber lange von sehr guten Torhüterleistungen geprägt. Schließlich sind wir für unsere eisläuferische Leistung und unsere ungebrochenen Angriffswillen belohnt worden."

Das Überstehen der ersten Runde gegen die New York Islanders (4:1) war für die in die Stanley-Cup-Favoritenrolle gewachsenen Sabres laut Ruff mehr als wichtig: "Es ist viel Druck von uns abgefallen. Das gebe ich offen zu und ich fühle es auch um mich herum. Man merkt es im Training und im Spiel. Es ist wie eine Erleichterung. Unsere Hände und Füße waren heute sehr gut und wir waren das Team, das wir über weite Strecken der Saison waren." Darüber, dass seine Spieler gegen Rangers-Rauhbein Sean Avery und Co. auch körperlich gut dagegen gehalten haben, gab es für den Buffalo-Trainer keinen Zweifel: "Wenn man sich unsere Hits und Checks im ersten Drittel anschaut, haben wir ihnen eine klare Nachricht übermittelt."

(apa/red)