Vandalismus in der letzten Runde: Austria-Fans in Pasching alles andere als meisterlich

Diebstahl im Waldstadion - Spieler & Schiri belagert Tirol: Schwerverletzter nach Wacker gegen GAK

Meister Austria Wien wurde von rund 1.200 Fans zum Saisonabschluss nach Pasching begleitet. Ein Teil der feierwilligen Fanschar hat im Waldstadion den Bogen eindeutig überspannt. Trauriger Höhepunkt der aus den Fugen geratenen "Party" war der Sturm und die Verwüstung des Kabinengebäudes, bei der es auch zu Diebstählen kam.

Pasching-Boss Franz Grad sprach von der "untersten Form des Menschentums" und kündigte auf Grund der Videoüberwachung im Stadion rechtliche Schritte an. Grad forderte gleichzeitig aber auch von der Austria vehementeres Vorgehen gegen die Randalierer. "Wenn die Austria dieses Problem nicht in den Griff bekommt, brauchen sie nicht mehr zu uns kommen. Dann schicken wir ihnen die drei Punkte mit der Post. Oder sie sollen gleich in einer anderen Liga spielen."

Diebstahl und Rauchbomben
Dass im Rahmen der Feierlichkeiten eines der beiden Fußball-Tore zerstört wurde, ließ Grad noch kalt. "Aber ich kann nicht in ein fremdes Haus reingehen und dort Gegenstände zertrümmern und stehlen. Das ist kriminell." Nach Abpfiff hatte sich die Masse gewaltsam Zutritt Richtung Kabinentrakt verschafft, Spieler und Schiri mussten sich daraufhin in ihren Umkleiden einsperren.

Die Türen wurden mit einem Feuerlöscher bearbeitet, das medizinische Zimmer auf den Kopf gestellt, u.a. nahmen die Wiener die Geldbörse des Physiotherapeuten mit, ehe die Polizei wieder für Ruhe sorgte. Bevor die Fans in ihre Busse Richtung Wien einstiegen, versuchten sie noch die von Sicherheitskräften geschützte Paschinger UEFA-Cup-Feier mit Rauchbomben zu stören.

Trainer und Spieler beruhigen die Fans
Bereits während des Spiels hatten die violetten Anhänger für Stunk gesorgt. Zunächst flogen in der Anfangsphase Leuchtkörper aufs Feld, in der Pause kam es zu Schlägereien mit der Polizei und Pasching-Fans. Auf Grund der Entwicklungen im Stadion beorderte die Polizei in der Pause aus Linz 40 Mann Verstärkung zu den ursprünglich 60 Ordnern bzw. Security-Leuten und 120 Polizisten.

Manager Markus Kraetschmer, Trainer Frenkie Schinkels und Kapitän Jocelyn Blanchard griffen daraufhin zum Mikrofon und baten um Vernunft. Mit der Durchsage, dass die Leute mit Schlusspfiff zum Feiern aufs Spielfeld laufen dürfen, verhinderten die Paschinger Organisatoren zudem, dass die Austrian-Fans wie angekündigt in der 75. Minute den Zaun umreißen.

Schwerverletzter nach Wacker gegen GAK
Nach dem Spiel FC Wacker gegen den GAK hat sich ein GAK-Fan im Innsbrucker Tivoli-Stadion schwer an der Hand verletzt. Er und andere gewaltbereite Grazer Fans hatten versucht einen Zaun zu überstiegen, um auf das Spielfeld zu gelangen.

Zu dem Spiel waren etwa 5.100 Zuschauer gekommen, 45 als sehr gewaltbereit eingestufte Fans reisten extra aus Graz an. Wegen der angespannten Lage zwischen den rivalisierenden Fangruppen zu Beginn des Fußballspiels sowie auf Grund von Hinweisen über mögliche geplante Ausschreitungen verordnete die Polizei kurzfristig einen Sicherheitsbereich.

Nach Spielende liefen zahlreiche Zuschauer auf das Fußballfeld. Dabei kam es auch zu massiven Provokationen vom Spielfeld aus in Richtung des Fansektors der Grazer Zuschauer. Gleichzeitig versuchten Grazer Fans den Zaun zu übersteigen.

Die angespannte Lage beruhigte sich schließlich durch das Einschreiten der Polizei und den verordneten Sicherheitsbereich. Die Fangruppen des GAK wurden von der Polizei zum Hauptbahnhof eskortiert. Dabei kam es zu keinen weiteren Vorfällen.

(apa/red)