Van Gaal führt Bayern zum Titel: München
gewinnt zum 22. Mal deutsche Bundesliga

Rekordchampion bezwingt Absteiger Hertha mit 3:1 Bochum muss sich aus dem Oberhaus verabschieden

Van Gaal führt Bayern zum Titel: München
gewinnt zum 22. Mal deutsche Bundesliga © Bild: APA/EPA/Sen

Nach einem Jahr Pause ist die deutsche Meisterschale wieder beim FC Bayern. Der Münchner Kapitän Mark van Bommel stemmte im Berliner Olympiastadion die elf Kilo schwere Trophäe in den Himmel. Für den Rekordmeister ist es der 22. nationale Titel. "Wir haben den besten Angriff und die beste Verteidigung. Wir sind hochverdient Meister", meinte Trainer Louis van Gaal nach einem 3:1 gegen Hertha BSC in der Stunde des Triumphes.

Für die Bayern beginnt gleich nach der Meisterfeier die Vorbereitung für die Jagd nach dem Triple. In Berlin wartet in bereits einer Woche das DFB-Cupfinale gegen Werder Bremen, im Champions-League-Endspiel am 22. Mai in Madrid treffen die Münchner auf Inter Mailand. Jose Mourinho, der Coach des italienischen Meisters, saß bei Bayerns erstem Saison-Highlight auf der Tribüne.

Arjen Robben traf bei der Meisterfeier in Berlin in der 74. und 87. Minute mit seinem 15. und 16. Saisontor für den FC Bayern, für den auch Ivica Olic (20.) erfolgreich war. Die enttäuschenden Hausherren schafften vor 75.420 Fans im ausverkauften Olympiastadion nur den zwischenzeitlichen Ausgleich durch Ramos (59.). Auf den Rängen feierten indes die rund 20.000 angereisten Bayern-Fans von der ersten Minute an lautstark. Die Meistermedaille entgegennehmen durfte auch David Alaba, der Wiener stand aber nicht im Aufgebot des Champions.

Während die Entscheidung im Titelrennen - Bayern lag am Ende fünf Zähler vor Vizemeister Schalke 04 - schon vor der letzten Runde zu 99 Prozent feststand, war der Kampf um die Champions-League-Qualifikation bis zum Schluss spannend. Am Ende sicherte sich Werder Bremen mit dem 1:1 gegen den Hamburger SV den dritten Tabellenplatz und sorgte dafür, dass der HSV das internationale Geschäft verpasste. Stattdessen folgte der VfB Stuttgart nach dem 1:1 bei 1899 Hoffenheim dem Vierten Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund in die Europa League.

Bochum als großer Verlierer
Große Verlierer des Abschlussspieltags waren der VfL Bochum, der sich nach dem 0:3 gegen den direkten Rivalen Hannover 96 zum sechsten Mal aus dem Oberhaus verabschieden muss. Beim Showdown war Bochum völlig von der Rolle. Arnold Bruggink (9.) brachte 96 in Führung, Mike Hanke (23.) und Sergio Pinto (45.) ließen die Niedersachsen erneut jubeln und verabschiedeten den VfL in die zweite Liga. Nach der Partie kam es noch auf dem Spielfeld zu Ausschreitungen der aufgebrachten Heim-Fans.

Mit Bochums Abstieg wird wohl auch ÖFB-Teamspieler Christian Fuchs bei einem neuen Club landen. Wie die "Bild" berichtete, steht der Linksverteidiger auf der Wunschliste von Hannover. Der Niederösterreicher könnte trotz eines bis 2011 laufendenden Vertrags ablösefrei wechseln. Mit 31 Partien (4 Tore) absolvierte Fuchs jedenfalls die meisten Saison-Einsätze seines Teams und empfahl sich damit bei einigen Bundesligisten.

Nürnberg in der Relegation
Auch dem 1. FC Nürnberg droht noch der Gang in die Zweitklassigkeit. Nach dem 1:0 gegen den 1. FC Köln müssen die Franken in die Relegation, in der sie fast sicher auf den FC Augsburg treffen.

Neben Fuchs waren mit Andreas Ivanschitz und Sebastian Prödl in der letzten Runde nur drei Österreicher im Einsatz. Ivanschitz kam beim 0:0 des FSV Mainz gegen Schalke in der 70. Minute aufs Feld und holte im Duell mit Schalkes Schlussmann Manuel Neuer auch einen Elfmeter heraus. Karhan (75.) scheiterte aber am DFB-Teamtorhüter.

Prödl kam beim 1:1 von Werder Bremen gegen den HSV erst in der 92. Minute aufs Feld. Höhepunkt der Partie war der Bremer Führungstreffer von Claudio Pizarro (58.), der mit 133 Treffern nun gemeinsam mit Giovanne Elber die Rangliste der erfolgreichsten ausländischen Bundesliga-Torjäger anführt. Ümit Korkmaz fehlte bei der 1:3-Niederlage von Eintracht Frankfurt beim entthronten Meister Wolfsburg aufgrund einer Oberschenkelblessur.
(apa/red)