Wahlkampf von

Kampf um ländliche Wähler:
Van der Bellen wie im Heimatfilm

Alexander Van der Bellens neues Video setzt seinen "Heimat"-Wahlkampf fort

HÖHENWANDERUNG MIT PRÄSIDENTSCHAFTSKANDIDAT VAN DER BELLEN IM KAUNERTAL © Bild: APA/AMÉLIE CHAPALAIN

Präsidentschaftskandidat Alexander Van der Bellen buhlt in seinem Wahlkampf massiv um ländliche Wähler. Nach Trachtenveranstaltungen, Treffen mit ÖVP-Landeshauptleuten und einer "heimatverbundenen" Plakatkampagne wandert der ehemalige Grünen-Chef in einem neuen Video durch die Tiroler Berge und warnt dabei im Dialekt vor Norbert Hofer. Wie viel Folklore ist glaubwürdig?

„Soll koaner glam, er brauchat koan. Du brauchsch mi, und i brauch di“: Alexander Van der Bellen ist bisher nicht oft mit seinem Dialekt aufgefallen. Der Präsidentschaftskandidat stammt aus dem Tiroler Kaunertal, in der Regel bleibt er öffentlich aber beim Hochdeutsch. Doch in diesem Wahlkampf läuft vieles anders, als man es sonst vom Ex-Grünen-Chef erwarten würde. Seit feststeht, dass am 2. Oktober noch einmal gewählt wird, setzt Van der Bellen stärker denn je auf "die Heimat". Denn entschieden werden dürfte diese Wahl am Land, und dort er massiven Aufholbedarf.

Dass Van der Bellen in den Städten, FPÖ-Kandidat Norbert Hofer am Land gewonnen habe, war nach der Stichwahl häufig zu lesen. Tatsächlich holte Van der Bellen alle neun Landeshauptstädte, aber Hofer den Großteil des ländlichen Raums. Und in den schon stark polarisierten Städten gibt es für beide wenig zu holen – Van der Bellen weiß dort Linke und Bürgerlich-Liberale fix hinter sich, Hofer die FPÖ-Kernschichten etwa aus den Wiener Flächenbezirken. Außerhalb der Städte ist die Lage unübersichtlicher. Mithilfe von ÖVP-Wählern, die wohl primär Hofer verhindern wollten, holte der grüne Kandidat die "schwarzen" Länder Tirol, Vorarlberg und Oberösterreich. Will er gewinnen, muss er es schaffen, dass diese ein zweites Mal wählen gehen.

Dass seiner Kampagne das klar ist, war von Anfang an schwer zu übersehen. Van der Bellens Plakatserie zur Wahlwiederholung zeigt ihn dreimal vor einer formatfüllenden rot-weiß-roten Flagge, die man bisher vor allem von FPÖ-Sujets kannte. Das vierte Motiv ist der Kandidat vor einem Landschaftspanorama, Slogan: "Für unser vielgeliebtes Österreich". Auch sein Besuchsprogramm scheint ganz auf die neue Zielgruppe abgestimmt. Im August besuchte er unter anderem das Seefest in Mondsee (mit ÖVP-Landeshauptmann Josef Pühringer), die Eröffnung des Grafenegg-Festivals (mit ÖVP-Landeshauptmann Erwin Pröll) und die Schilchertage in Stainz (mit ÖVP-Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer).

Das neueste Wahlkampf-Video Van der Bellens, das am Donnerstag veröffentlicht wurde, sitzt den bisherigen Bemühungen, Heimatverbundenheit und Bodenständigkeit zu signalisieren, noch eins drauf. Der Bundespräsidentschaftskandidat wandert mit seiner Frau und seinen Hunden in den Tiroler Bergen, und spricht seine Message über das kitschige Bildmaterial. Zwar Großteils auf Hochdeutsch, das entscheidende, emotionale „Soll koaner glam, er brauchat koan. Du brauchsch mi, und i brauch di“ bringt er aber gleich zwei Mal im Dialekt. Damit will er vor den Spaltungstendenzen in Europa warnen. Ist so viel Folklore für einen Kandidaten wie Van der Bellen noch glaubwürdig? Zumindest bisher wurde der Wahlkampf von seinen eher urbaneren Anhängern recht gelassen aufgenommen.

Kommentare

Urlauber2620

Jetzt macht er schon auf "HEIDI". Der hat noch nie was für Österreich getan, war immer gegen das Amt des BP und jetzt will er den Posten haben? Wo war er denn in den letzten Jahren? Was hat er geleistet? Das sollten sich die Wähler fragen bevor sie ihm die Stimme geben.

Liebe News Redaktion. Bitte deklariert eure Wahlwerbung auch als solche.

Eugenia Popescu
Eugenia Popescu melden

Van der Bellen 72 Jahre alt,soll in Ruhestand gehen und den Platz frei lassen für ein Jüngeren wie Hr.Hofer der Jung,Inteligent und vom Volk beliebt ist.

Henry Knuddi
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wie alt waren renner, körner, schärf, jonas?
nur weil er alt ist sagt das nichts aus.
hofer ist zwar jung, hat aber kaum erfahrung mit dem amt (nicht dann raunzen, wenn er schnitzer macht)
vorher soll man denken und ganz neutral beurteilen

Henry Knuddi
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würde hofer präsident, dann würde strache nie BK
weil ATler immer so gewählt haben
(roter präsident - schw. bk und umgekehrt)
das nennt man kontrollierte macht in jeder demokratie

Urlauber2620
Urlauber2620 melden

Und trotzdem ist für mich Hofer der Richtige. Wer VdB wählt dem ist nicht mehr zu helfen.

giuseppeverdi melden

Ja aber die oben Genannten haben bereits bewiesen, dass Sie es konnten. Nur für VdB gilt, Alter schütz vor Torheit nicht!

naklaro melden

van der bellen soll öfters sagen, ich bin ein echter Österreicher.

giuseppeverdi melden

Das kann er nicht, weil dann würde er ja lügen :-)))

Dort soll er auch bleiben, denn für das "österr.Volk" hat er nichts übrig!!!

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