Vaclav Havel von

Staatsbegräbnis in Prag

Mit Politprominenz aus aller Welt. Tausende Zuschauer bei Public Viewing.

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    Tschechiens Staatspräsident Vaclav Klaus legt vor Havels Sarg eine Rose hin.

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    In seiner Rede würdigt Klaus den Verstorbenen als "Symbol des Kampfes für die Freiheit und Demokratie".

Tschechien hat Abschied von seinem ehemaligen Staatspräsidenten Vaclav Havel genommen, der am vergangenen Sonntag im Alter von 75 Jahren verstorben war. Über 1.000 Trauergäste nahmen an dem Trauergottesdienst - einem vom Prager Erzbischof Dominik Duka geleiteten Requiem - im St. Veitsdom auf der Prager Burg teil.

Anwesend waren auch zahlreiche ausländische Delegationen, einschließlich der österreichischen mit Bundespräsidenten Heinz Fischer an der Spitze. Mitglieder der Delegation waren u. a. Margot Klestil-Löffler, ehemalige Botschafterin in Prag und Witwe des verstorbenen Bundespräsidenten Thomas Klestil, und der derzeitige Botschafter in Prag, Ferdinand Trauttmansdorff.

In der ersten Reihe vor dem mit der tschechischen Flagge verhüllten Sarg des "Dichterpräsidenten" saßen in der Kathedrale Havels Witwe Dagmar Havlova, weitere Familienangehörige und der tschechische Staatspräsident Vaclav Klaus. Dieser würdigte in einer Trauerrede seinen verstorbenen Vorgänger als eine "große Persönlichkeit unserer Geschichte".

Schwarzenberg dankt Havel
Der tschechische Außenminister Karel Schwarzenberg bedankte sich bei Havel für die "Worte, mit denen er uns ab und zu zum Nachdenken gezwungen hat". "Wir werden für die Wahrheit und Liebe weiter kämpfen. Du kannst dich auf uns verlassen", sagte Schwarzenberg in Anspielung auf die bekannte Havels Parole aus der Zeit der "Samtenen Revolution" 1989: "Wahrheit und Liebe müssen Lüge und Hass besiegen."

Die in Prag geborene frühere US-Außenministerin Madeleine Albright würdigte Havel als einen "einzigartigen Menschen", der seine Kerkermeister mit der Wahrheit konfrontiert und die Kollaboration mit totalitären Regimes als ekelhaft betrachtet habe.

Politprominenz aus aller Welt
An dem Requiem nahmen unter anderem der französische Staatschef Nicolas Sarkozy, sein deutscher Amtskollege Christian Wulff und der slowakische Präsident Ivan Gasparovic teil. Anwesend war auch der britische Regierungschef David Cameron und seine slowakische Amtskollegin Iveta Radicova. Die USA wurden von dem ehemaligen Präsidenten Bill Clinton und seiner Ehefrau, der jetzigen Außenministerin Hillary Clinton, sowie Albright vertreten.

Der frühere päpstliche Nuntius in Tschechien, Giovanni Coppa, verlas ein Beileidsschreiben von Papst Benedikt XVI. an Klaus, in dem das Oberhaupt der katholischen Kirche Havel als einen "tapferen Verteidiger der Menschenrechte" hervorhob.

Tausende bei Public Viewing
Tausende von Leuten verfolgten die zwei Stunden dauernde Trauerfeier auf Bildschirmen, die in der Nähe der Prager Burg sowie auch in vielen tschechischen Städten aufgestellt wurden. Das Tschechische Fernsehen übertrug live. In ganz Tschechien läuteten zu Beginn des Begräbnisses um 12.00 Uhr drei Minuten lang die Kirchenglocken und Sirenen ertönten zu Ehren Havels. Viele Tschechen hielten eine Schweigeminute, die Prager Regierung hatte sie dazu aufgefordert.

Als Havels Sarg nach der Zeremonie aus der Kathedrale getragen wurde, applaudierte die Menschenmenge. Nach dem Requiem war am Freitagnachmittag im Prager Krematorium im Stadtviertel Strasnice eine private Trauerzeremonie für die Familie und engste Freunde Havels geplant. Die Urne mit Havels Asche sollte dann zu einem späteren Zeitpunkt, wahrscheinlich erst nach Weihnachten, in die Familien-Grabstätte auf dem Prager Friedhof im Stadtviertel Vinohrady zur Ruhe gebettet werden, hieß es.

Kommentare

lawdy melden

Grossartiger Mensch Ruhe in Frieden Lieber Herr Vaclav Havel.Wolltest nie Präsident werden.Bist es doch geworden.
Warst ein guter Mensch.Hast Deine Tschechen nie im Stich gelassen,und nie Deinem Lanf den Rücken gezeigt.Ganz Tschechien ist und stolz auf Dich.Sie werden Dich nie vergessen.Tschechien kann stolz auf Dich sein das es Dich gegeben hat.Ich verneige mich,vor Ihnen Herr Havel.

huginator melden

Re: Grossartiger Mensch Das ist der große Unterschied. Er wollte das nicht werden und hat es für die Menschen gemacht.

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