Usbekistan von

Spott für Tourismuswerbung

Laut Reiseanbieter hat Usbekistan einen direkten Zugang zur Adria. Stimmt aber nicht.

Usbekistan wirbt für Bulgarien-Urlaub mit Karte aus dem Mittelalter © Bild: infotur.uz

Auf ungewollt medienwirksame Weise wirbt neuerdings ein usbekischer Reiseanbieter für Urlaub in Bulgarien. Vorgestellt wird das Land am Balkan mit einer Karte aus dem Jahr 893, zu einer Zeit, als das bulgarische Reich noch große Teile des heutigen Rumäniens, Mazedoniens, Albaniens, Griechenlands und Serbiens umfasste. In Bulgarien sorgte der Fehlgriff jedenfalls zwar für Gelächter, manche befürchteten jedoch auch den Zorn der kurzerhand "einverleibten" Nachbarländer.

Auf der durchaus professionell anmutenden Website des Reiseanbieters "Premium business travel" ist ein malerischer Strand zu sehen, dazu ein Steg, der zu traumhaften Hütten führt, die mitten in türkisblauem Meer liegen. Darunter folgt allerdings die Abbildung einer Landkarte, die wohl nur Menschen mit überdurchschnittlichen historischen Kenntnissen ein Begriff sein dürfte. So verfügt das riesige Land nicht nur über eine Region namens Transsylvanien, es hat sogar direkten Zugang zur Adria.

Usbekistan wirbt für Bulgarien-Urlaub mit Karte aus dem Mittelalter
© infotur.uz

In Bulgarien sorgte die Tourismuswerbung jedenfalls für jede Menge gute Laune, aber auch für Rätselraten. Da nämlich in der Nationalen Statistik Usbekistan nicht aufscheint, gibt es lediglich Schätzungen, wie viele Touristen aus dem asiatischen Land ans Schwarze Meer reisen. Medien spotten bereits über die Usbeken, die den "Nationaltraum der Bulgaren für Wiedervereinigung" vom Beginn des 20. Jahrhunderts propagieren würden. Kritische Stimmen wiederum warnen vor Protesten seitens der Nachbarländer - besonders aus Makedonien.