Usain Bolt von

Der König will noch mehr

Perfekt inszenierter Hype um den Sprint-Superstar - Jamaikaner heiß auf WM in Moskau

Usain Bolt © Bild: APA/EPA/Ferrari

Der Hype um Usain Bolt geht wieder los. Am Donnerstag startet der Sprintstar aus Jamaika im Stadio Olimpico in Rom zum ersten Mal in diesem Jahr in Europa. Und schon zwei Tage vorher wurde klar: Der Olympiasieger ist längst noch nicht satt. Und er wird immer noch perfekt vermarktet, denn der König der Leichtathleten trägt jetzt tatsächlich eine Krone. Die Veranstalter des Diamond League Meetings bewerben dieses Spektakel in gewohnt großem Stil. Auf den Plakaten in der italienischen Hauptstadt ist der Superstar seit Tagen im purpurnen Gewand, mit einem Zepter und gekröntem Haupt zu sehen.

"Ich will der Welt zeigen, dass ich der Beste bin und dass man seinen Sport Jahr für Jahr dominieren kann", sagte Bolt am Dienstag auf einer Pressekonferenz. "Mein Fokus liegt in diesem Jahr auf der WM", meinte der 26-Jährige. In Moskau will er im August erneut die Goldmedaillen über 100, 200 und 4 x 100 Meter gewinnen. "Ich gehe diese WM genauso an wie die Olympischen Spiele im vergangenen Jahr. Es ist ja auch eine Weltmeisterschaft."

Perfekt vermarktet

Bolts Titelhunger ist das eine. Aber auch die Vermarktung des Jamaikaners kennt nach insgesamt sechs Olympiasiegen und fünf WM-Titeln noch immer keine Grenzen. Der Weltrekordhalter füllt den Veranstaltern die Stadien, dafür wird er umgekehrt prächtig in Szene gesetzt und fürstlich entlohnt. Als Bolt vor zwei Monaten ein Showrennen in Rio de Janeiro bestritt, wurde eigens für ihn eine Laufbahn an der Copacabana aufgebaut. In Rom posierte er auch schon einmal als antiker Held vor dem Colosseum.

Gatlin fordert den Großmeister

Olympiasieger Bolt läuft am Donnerstag über 100 m unter anderem gegen den Olympiasieger von 2004 Justin Gatlin. Solange Bolts größter Rivale Yohan Blake noch nicht fit ist und ihm bis zur WM ohnehin aus dem Weg geht, ist der US-Amerikaner der schillerndste Gegner, den der Superstar bekommen kann. Gatlin ist in diesem Jahr schon dreimal unter 10 Sekunden geblieben und führt die Gesamtwertung der Diamond League nach seinen Siegen in Doha und Eugene souverän an. "Ich starte nirgendwo, um Zweiter oder Dritter zu werden", sagt der 31-Jährige. Auch Bolt sei nicht unschlagbar.

Der Formaufbau stimmt

Den Meister selbst lässt das kalt. In seinen drei bisherigen Duellen gegen Gatlin lief er ihm dreimal davon. Auch dass Bolt bei seinem bisher einzigen richtigen Wettkampf in dieser Saison für seine Verhältnisse fast schon in Zeitlupe unterwegs war, macht ihn nicht nervös. "Das war eine schwache Performance", sagte er nach den 10,09 Sekunden Anfang Mai auf den Cayman Inseln. "Aber ich habe hart trainiert in den letzten Wochen. Ich habe an meiner Geschwindigkeit und an meiner Ausdauer gearbeitet. Langsam fügt sich alles zusammen. Mein Coach ist zufrieden und ich fühle mich super."

Kommentare