USA Wahlen 2012 von

Mitt Romney und die Unterwäsche

Viele Republikaner fürchten den Mormonismus ihres Kandidaten

USA Wahlen 2012 - Mitt Romney und die Unterwäsche © Bild: Reuters

Der Schlüssel zur Mitt Romney, nunmehr der beinahe sichere Kandidat der Republikaner, ist die Achillesferse seiner Kandidatur sein Glaube, der Mormonismus.

Will Romney gewinnen, muss er die republikanische Basis für sich begeistern. Sie sind es, die für ihn Flugzettel verteilen, von Haus zu Haus Wähler überzeugen, für ihn Geld spenden und beim Präsidentschaftswahlgang im November für ihn stimmen sollen. Doch in Umfragen sagen zwei Drittel der evangelikalen Christen, dass die Mormonen für sie keine Christen sind. Das könnte Romney im Süden der USA, wo ein großer Teil der republikanischen Wähler Evangelikale sind, empfindlich zusetzen.

Wahlboykott der Kirche?
Immerhin glauben die Mormonen zwar an Jesus Christus, und nennen sich selbst christlich. Gleichzeitig verehren sie als Prophet Joseph Smith, der im 19. Jahrhundert den Mormonismus begründete. Für dessen Anhänger gilt das "Buch Mormon", das Smith durch einen Engel offenbart worden sein soll, als weitere heilige Schrift neben der Bibel. Demnach soll Jesus nach seiner Auferstehung Amerika besucht haben, bevor er endgültig zum Himmel auffuhr. Das sehen Evangelikale, aber auch andere religiöse Christen, als unvereinbar mit dem Christentum an. Einige Kirchenführer haben daher bereits mit einem Boykott der Wahlen gedroht.

Die Skepsis gegenüber den Mormonen ist so tief, dass Romney seinen Glauben in seiner offiziellen Biografie auf seiner Webseite nicht erwähnt. Auch sein zweieinhalbjähriger Aufenthalt in Frankreich als Missionar der Kirche, und seine Zeit als Bischof einer Mormonengemeinde in Massachusetts finden keinen Eingang. Erst Anfang des Jahres, als Romney seine Steuererklärung veröffentlichte, wurde klar, dass der Kandidat in den vergangenen Jahren mehr als vier Millionen US-Dollar (3,05 Mio. Euro) für seine Glaubensbrüder gespendet hatte, die "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage", der die meisten Mormonen angehören.

Das Unterwäsche-Mysterium
Argwohn erwecken nicht nur die Glaubensdoktrinen der Mormonen. Auch ihre kultischen Gepflogenheiten sorgen im Wahljahr für Aufsehen. So tragen strenggläubige Mormonen, die ihre Tempelweihen ("Endowment") erhalten haben, eine spezielle Unterwäsche, die Oberkörper und Oberarme sowie größtenteils die Beine bedeckt. Die Wahlkampfleiter Romneys antworten nicht auf Fragen, ob auch ihr Kandidat bei Wahlkampfauftritten in den weißen Leinengewändern steckt, die mit rituellen Symbolen versehen sind. Es wird aber weithin angenommen, und sorgt für Spott und Häme nicht nur von linken, sondern auch von rechten Romney-Gegnern.

Aussteiger aus der Mormonen-Kirche kritisieren zudem den sozialen Konservatismus und die Abgeschlossenheit der "Heiligen der Letzten Tage". Wer die Kirche verlässt, verliere oft den Anschluss an Verwandte und Freunde. Ex-Mormonen berichten, dass sie mit einem offiziellen "Bann" belegt worden seien, der es ihnen verbiete, Kontakt mit der Familie zu haben.

Schwere Vorwürfe gegen Romney
Solche Vorwürfe werden auch gegen den Präsidentschaftskandidaten persönlich erhoben. In einer aktuellen Dokumentation des britischen Senders BBC berichtet eine ehemalige Angehörige von Romneys Gemeinde in Massachusetts, der damalige Mormonen-Bischof Romney habe ihr mit Ausschluss aus der Kirche gedroht, wenn sie ihr uneheliches Kind nicht zu Adoption freigebe. Die Mormonenkirche verdammt vorehelichen Sex ebenso wie Homosexualität und den Feminismus.

Die Vorbehalte gegenüber den Mormonen sind ein Erbe der Geschichte. Bis ins späte 19. Jahrhundert praktizierten die "Heiligen der letzten Tage" in ihrer abgelegenen Heimstatt Utah die Polygamie. Bis heute gibt es mormonische Sekten, die in großen Kommunen unter der Hand eines Patriarchen leben, der Frauen zur Heirat an seine Anhänger verteilt, und es nicht unüblich ist, mehrere Ehefrauen zu haben. Die meisten Mormonen weisen die Praxis der Polygamie zwar weit von sich. Allerdings schadet sie dem Ruf der Kirche bis heute.

Kommentare

Jesus besuchte zuerst Österreich.... ...seine Anhänger begründeten den Ostarichismus, dann flog er weiter nach Amerika und anschließend in den Himmel auf.
Das weis doch bitte jeder?!

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