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Schüsse auf
US-Militäreinrichtungen

Vier Militärs und der Schütze sind ums Leben gekommen

USA - Schüsse auf
US-Militäreinrichtungen © Bild: APA/EPA/ERIK S. LESSER

Bei einer Attacke auf zwei US-Militäreinrichtungen sind im US-Staat Tennessee insgesamt fünf Menschen ums Leben gekommen, darunter der Angreifer. Das teilten die Behörden in Chattanooga am Donnerstag mit. Weitere Menschen seien verletzt worden, unter ihnen auch ein Polizist, berichtete Bürgermeister Andy Berke.

Staatsanwalt Bill Killian sagte vor der Presse, dass die Ermittler den Vorfall als möglichen "Akt von inländischem Terrorismus" untersuchen würden. Der Sender CBS berichtete unterdessen unter Berufung auf Behördenquellen, der Schütze sei als Muhammad Youssef Abdulazeez identifiziert worden. In den USA hat es schon mehrfach Überfälle auf US-Militäreinrichtungen gegeben.

Der Schütze hatte den Angaben zufolge am Vormittag kurz vor 11.00 Uhr zunächst eine Militäreinrichtung in Chattanooga angegriffen, war mit dem Auto weggefahren und eröffnete dann an einer zweiten Einrichtung erneut das Feuer. Die Medien hatten berichtet, der Angreifer habe ein Rekrutierungsbüro und ein Reservistenzentrum der US-Marine beschossen.

Angreifer von Sicherheitskräften erschossen

Nach Angaben der US-Armee handelt es sich bei den vier Opfern um Marineinfanteristen. Alle vier seien vor dem Reservistenzentrum getötet worden. Bei den Schüssen auf das Rekrutierungsbüro sei zudem ein Anwerber der Marineinfanteristen am Bein verwundet worden. Der Angreifer wurde Medienberichten zufolge von Sicherheitskräften erschossen.

Bürgermeister Berke sprach auf Twitter von einem "schrecklichen Vorfall in unserer Gemeinde". Der Täter fuhr nach Angaben der Ermittler mehrere Kilometer von einem Tatort zum nächsten. Nach 30 Minuten sei alles vorbei gewesen.

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Eine Augenzeugin berichtete dem Sender CNN, ein Mann habe aus dem Auto gefeuert und sei dann davongefahren. Passanten flüchteten in umliegende Gebäude, hieß es. Die Polizei hatte die Gegend zeitweise abgesperrt.

Schüsse nahe des State College

Das nahe gelegene Chattanooga State College berichtete auf Twitter ebenfalls von Schüssen außerhalb des Campus und rief dazu auf, die Gebäude nicht zu verlassen und die Türen zu schließen. Der Betrieb des Colleges wurde vorübergehend eingestellt. Einige Geschäfte schlossen aus Sicherheitsgründen ebenfalls für den Rest des Tages.

US-Präsident Barack Obama sei von seinem Team für nationale Sicherheit über den Vorfall informiert worden, teilte dessen Vize-Sprecher Eric Schultz mit.

Im September 2013 hatte ein Marine-Reservist auf der Militärbasis Navy Yard in Washington zwölf Menschen erschossen. Der Mann wurde anschließend bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet. Im November 2009 hatte ein Militärpsychiater auf dem Stützpunkt Fort Hood in Texas das Feuer eröffnet und 13 Menschen getötet. Der Schütze wurde vor zwei Jahren zum Tode verurteilt.

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Motiv des Todesschützen noch unklar

Über das Motiv des Täters herrscht Unklarheit. Die US-Bundespolizei FBI erklärte in der Nacht auf Freitag, sie gehe derzeit nicht davon aus, dass der Täter einer internationalen Extremistenorganisation angehört oder entsprechende Verbindungen gehabt habe.

Laut Ermittlerkreisen wird aber untersucht, ob der Angriff in Chattanooga von einer radikalen Gruppe wie der Islamisten-Miliz IS inspiriert gewesen sein könnte. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob es einen terroristischen Hintergrund gebe.

Das FBI gab den Namen des mutmaßlichen Schützen als Mohammod Youssuf Abdulazeez an. Medienberichten zufolge handelte es sich um einen US-Bürger kuwaitischer Abstammung. Der "New York Times" zufolge war sein Vater vor mehreren Jahren wegen möglicher Verbindungen zu ausländischen Extremisten-Organisationen im Visier der Behörden. Das Heimatschutzministerium ordnete nach dem Vorfall verstärkte Sicherheitsvorkehrungen an einigen Bundeseinrichtungen an.

Kommentare

Und wieder ein bedauerlicher Einzelfall. Wann spricht man dann davon, dass die Chancen gross sind, dass diese Menschen nicht zu integrieren sind?

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