USA will Russland nun die Hand reichen: Bieten Kooperation bei Raketenabwehr an

Sollen in US-Abwehrsystem integriert werden Russischer Außenminister Lawrow reagierte zufrieden

USA will Russland nun die Hand reichen: Bieten Kooperation bei Raketenabwehr an © Bild: Reuters/Young

Die neue US-Regierung ist nach den Worten eines ranghohen Diplomaten bereit, Russland in das System einer Raketenabwehr einzubeziehen. Die Agentur Interfax zitierte Staatssekretär William Burns mit den Worten: "Was die Regierung von Präsident (Barack) Obama betrifft, sind die USA offen für die Möglichkeit neuer Formen der Kooperation auf dem Gebiet der Raketenabwehr." Dabei könne es um eine neue Konfiguration des Abwehrschildes gehen, bei der man die Ressourcen Russlands als auch der Nato nutze.

Die US-Botschaft bestätigte die Richtigkeit der Burns-Zitate. Der russische Außenminister Sergej Lawrow reagierte zufrieden auf die Äußerungen: Burns habe das Richtige gesagt, erklärte Lawrow. Ein weiteres Signal, dass sich Russland und die USA nach dem Ende der Amtszeit von George W. Bush wieder einander annähern, lieferte der EU-Außenbeauftragte Javier Solana: Ihm zufolge will die neue US-Außenministerin Hillary Clinton Lawrow am 6. März in Genf treffen. Das Gespräch sei im Anschluss an ein Nato-Versammlung in Brüssel geplant.

Neuer US-Kurs
US-Vizepräsident Joe Biden hatte auf der Münchner Sicherheitskonferenz bereits einen milderen Ton gegenüber Russland angeschlagen und das Land zu Gesprächen über den Raketenschild eingeladen. Die USA sehen in dem geplanten Abwehrsystem einen Schutz vor sogenannten Schurkenstaaten, zu denen sie den Iran und Nordkorea zählen. Teile des Schildes sollen in Tschechien und Polen errichtet werden. Russland betrachtet dies als Bedrohung seiner Sicherheit. Obama hat erklärt, die endgültige Entscheidung über die Installation von Abwehrraketen in Polen und einer dazugehörigen Radaranlage in Tschechien werde von Fragen der Kosteneffizienz und der technischen Machbarkeit abhängen.

Burns, der früher Botschafter in Moskau war, führte diese Woche Gespräche in Moskau.

(apa/red)