USA viel tiefer in Rezession als gedacht: 6,2% Minus übertrifft schlimmste Diagnose

Grund: Stark sinkende Konsumausgaben und Exporte Rasche Erholung der US-Volkswirtschaft nicht in Sicht

Die USA stecken viel tiefer in der Rezession als bisher angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt sank im 4. Quartal 2008 mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 6,2 Prozent. Das ist der stärkste Rückgang seit Anfang 1982, wie das US-Wirtschaftsministerium mitteilte. Das ursprünglich ermittelte Minus von 3,8 Prozent wurde deutlich nach unten korrigiert. Damit wurden die pessimistischen Prognosen der Analysten übertroffen, die ein Minus von 5,4 Prozent erwartet hatten.

Im dritten Quartal war die Wirtschaft um 0,5 Prozent geschrumpft. Grund für den Einbruch am Jahresende waren stark sinkende Konsumausgaben und Exporte. Die Verbraucher schränkten ihre Ausgaben um 4,3 Prozent ein. Das ist das größte Minus seit Frühjahr 1980. Die Exporte brachen sogar um 23,6 Prozent ein. Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt 1971.

Schnelle Erholung nicht in Sicht
Eine schnelle Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft ist Experten zufolge nicht in Sicht. "Die USA befinden sich in der schärfsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg, vermutlich seit den frühen Dreißigern", sagte Helaba-Experte Ulrich Wortberg. "Anzeichen für eine konjunkturelle Belebung gibt es bisher nicht."

Die USA stecken seit Dezember 2007 in der Rezession. Im Kampf gegen den Abschwung hatte die US-Notenbank Fed den Leitzins im Dezember auf eine historisch niedrige Spanne von null bis 0,25 Prozent gesenkt. (apa/red)