USA zerren Ölkonzern BP vor den Richter: Milliardenklagen wegen Ölpest von Mexiko

US-Regierung verklagt insgesamt neuen Unternehmen Verstoß gegen Umweltgesetze & Sicherheitsregularien

USA zerren Ölkonzern BP vor den Richter: Milliardenklagen wegen Ölpest von Mexiko © Bild: Reuters

Die USA wollen den britischen Konzern BP und andere Unternehmen wegen der Ölpest im Golf von Mexiko mit einer Milliardenklage vor Gericht zerren. Die Regierung habe Klage gegen insgesamt neun Firmen eingereicht, die gegen Umweltgesetze und Sicherheitsregularien verstoßen und damit die größte Naturkatastrophe der US-Geschichte verursacht hätten. gab Justizminister Eric Holder bekannt.

Es handele sich um eine Zivilklage mit dem Ziel, die Unternehmen für alle entstandenen Kosten haftbar zu machen - also etwa für die massiven Reinigungsarbeiten sowie die langfristigen wirtschaftlichen und ökologischen Schäden durch die Ölpest. "Wir wollen beweisen, dass die Beschuldigten verantwortlich sind", sagte Holder. Die Höhe der Forderung war noch offen.

Die Umweltkatastrophe hatte am 20. April begonnen, als vor der Küste des US-Staates Louisiana die von BP betriebene Ölplattform "Deepwater Horizon" explodierte. Nach dem Unglück mit elf Toten waren innerhalb von drei Monaten nach Schätzung der US-Regierung insgesamt fast 780 000 Millionen Liter Öl ins Meer geflossen. Die Brühe verseuchte teilweise mehr als 1000 Kilometer Küste, die monatelange Sperrung eines riesigen Fischfanggebietes machte zahlreiche Fischer arbeitslos.

Mit der Klage geht die US-Regierung erstmals juristisch gegen die an der "Deepwater Horizon" beteiligten Unternehmen vor. Sie richtet sich unter anderem gegen eine Einheit des BP-Konzerns, gegen den Besitzer der Unglücks-Plattform Transocean und gegen den Miteigentümer Anadarko. Auf sie könnten neben den Schadensersatzforderungen auch Strafgelder in Milliardenhöhe zukommen, die für die gewaltige Wasserverschmutzung fällig werden. Der Ausrüster Halliburton, der an dem Katastrophen-Bohrloch mitgearbeitet hatte, wurde nicht genannt. Es könnten aber später noch weitere Firmen verklagt werden, sagte Holder.

(apa/red)