Extremismus von

USA: Erste Luftangriffe
gegen IS nahe Bagdad

Angriffe bisher vor allem im Nordirak. Terrormiliz rekrutiert Kämpfer aus Türkei.

Jihadist © Bild: Thinkstock

Die US-Luftwaffe hat erstmals einen Angriff auf Jihadisten der Gruppe "Islamischer Staat" (IS) nahe der irakischen Hauptstadt Bagdad geflogen. Wie das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom am Montag mitteilte, zielte der Angriff auf eine IS-Stellung südwestlich der irakischen Hauptstadt. IS-Kämpfer hätten von dort aus Schüsse auf irakische Soldaten abgegeben.

Der US-Luftangriff sei Teil der "erweiterten Bemühungen, US-Einrichtungen zu schützen, humanitäre Hilfen zu unterstützen und der irakischen Armee im Kampf gegen IS-Terroristen zu helfen".

Ein weiterer US-Luftangriff zielte den Angaben zufolge auf die Region nahe des Sindshar-Gebirges im Nordirak. Dabei seien sechs Fahrzeuge der Jihadisten zerstört worden. Die US-Luftangriffe hatten sich bisher auf den Norden des Landes konzentriert. Im August waren Zehntausende Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden vor dem Vorstoß der IS-Kämpfer in das nördliche Sindshar-Gebirge geflüchtet.

US-Luftangriffe seit Anfang August

Die USA fliegen bereits seit Anfang August Luftangriffe gegen IS-Stellungen im Irak. Mit den jüngsten Luftangriffen nahe Bagdad und des Sindshar-Gebirges summiert sich die Zahl der US-Angriffe nach Armeeangaben auf 162.

Die USA, die eine internationale Koalition gegen den IS aufbauen, wollen ihr militärisches Vorgehen auch auf Syrien ausweiten. Der IS hat Teile Syriens und des Irak unter seine Kontrolle gebracht und dort ein "Kalifat" ausgerufen.

IS-Kämpfer aus Türkei rekrutiert

Indes rekrutiert die Terrormiliz nach Informationen der Zeitung "New York Times" zunehmend auch in der Türkei neue Mitglieder. Bis zu 1.000 Türken hätten sich bisher der Extremistengruppe angeschlossen, berichtete das Blatt am Montag unter anderem unter Berufung auf türkische Regierungsangaben.

Anziehungspunkte seien sowohl die Ideologie der Miliz als auch die Bezahlung. Das Blatt berichtete von einem 27-jährigen Türken, der nach einer 15-tägigen Basisausbildung im syrischen Al-Rakka einer Kampfeinheit zugewiesen wurde. Er habe bereits zwei Männer erschossen und an einer öffentlichen Hinrichtung teilgenommen. Erst als er einen Mann lebendig begraben hatte, sei er als Vollmitglied der Miliz aufgenommen worden, sagte der ehemalige Drogenabhängige dem Blatt.

Iran hegt Zweifel an Motiven der USA

Der Iran hätte auch im Fall einer Einladung nicht an der Irak-Konferenz in Paris teilgenommen. "Solange die Koalition im Kampf gegen die (Terrormiliz "Islamischer Staat") IS von den Amerikanern angeführt wird, hätten wir auch bei einer Einladung nicht an der Konferenz teilgenommen", sagte der Kommandant der Revolutionsgarden, Mohammad-Ali Jafari, am Dienstag laut der Nachrichtenagentur Fars.

Der Iran hege ernsthafte Zweifel, ob die USA wirklich nur die Vernichtung von IS wolle oder andere Ziele verfolge.

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