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USA fordern schärfere Sanktionen gegen Nordkorea

Washington wirft Pjöngjang illegale Ölimporte vor

Die USA haben Nordkorea in einem Bericht an den UNO-Sicherheitsrat illegale Ölimporte vorgeworfen und schärfere Sanktionen verlangt. Das Gremium solle sämtliche Lieferungen von Ölprodukten nach Nordkorea sofort untersagen, verlangte Washington laut dem geheimen Bericht, den die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag einsehen konnte.

Demnach wurden in diesem Jahr bis Ende Mai mindestens fast 760.000 Barrel Ölprodukte nach Nordkorea geliefert - obwohl jährlich infolge der jüngsten Sanktionen vom Dezember nur 500.000 Barrel erlaubt sind. Die illegalen Lieferungen erfolgten laut dem US-Bericht von Schiff zu Schiff über nordkoreanische Tanker. Mindestens 89 Mal seien die Tanker "wahrscheinlich" mit derartigen Ladungen in einen Hafen eingelaufen.

Der Bericht wurde an einen Ausschuss des Sicherheitsrates geschickt; dieser dürfte sich fünf Tage Zeit nehmen, um die Forderung des Öl-Lieferverbotes der USA zu besprechen. Es ist allerdings zu erwarten, dass China und Russland den Antrag ablehnen und damit blockieren.

Wenige Tage zuvor war US-Außenminister Mike Pompeo zu weiteren Verhandlungen über die atomare Abrüstung in Nordkorea. Bei der Visite war es zu neuen Irritationen über die Atomfrage gekommen, was viele Kritiker der Singapurer Vereinbarung in ihrer Skepsis bestärkte.

Im Anschluss an Pompeos Besuch warf das nordkoreanische Außenministerium den USA "gangstermäßige" und "gierige" Forderungen zur atomaren Abrüstung vor. Pompeo bekräftigte seinerseits nach seiner Abreise, die Sanktionen gegen Nordkorea blieben bis zur "endgültigen" Denuklearisierung in Kraft.

Einen gänzlich anderen Ton hat ein Brief von Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un an den US-Präsidenten, den Donald Trump am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter veröffentlichte. Darin rühmte Kim sein historisches Gipfeltreffen mit Trump im Juni als "epochalen Fortschritt" in den Beziehungen beider Länder, das Gipfeldokument sei "der Beginn einer bedeutsamen Reise" gewesen.

Auf die "vollständige Denuklearisierung" seines Landes, die Kim in dem Gipfeldokument zugesagt hatte, ging er in dem auf den 6. Juli datierten Schreiben allerdings nicht ein.

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