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USA drohen mit Abbruch der Syrien-Gespräche mit Russland

Unicef: Seit Freitag 96 Kinder in Aleppo ums Leben gekommen

Die USA haben mit einem Abbruch ihrer Syrien-Gespräche mit Russland gedroht, sollten die Angriffe auf die Stadt Aleppo weitergehen. US-Außenminister John Kerry habe diese Warnung in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow ausgesprochen, teilte das US-Außenministerium am Mittwoch in Washington mit.

Kerry habe die russische Regierung aufgefordert, unverzüglich dafür zu sorgen, dass die Angriffe auf Aleppo gestoppt werden. Er unterstrich, dass die USA Russland für die Situation in Aleppo verantwortlich machen. Die Rebellengebiete der Stadt hatten in den vergangenen Tagen die bisher heftigsten Angriffe der syrischen und russischen Luftwaffe seit Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2011 erlebt. Dabei wurden mehr als 260 Menschen getötet.

Mindestens 96 Kinder wurden im Osten der umkämpften Großstadt seit Freitag nach Angaben der Kinderhilfsorganisation Unicef getötet. Weitere 223 seien verletzt worden, teilte Unicef am Mittwoch in New York mit. Das Gesundheitssystem im Osten Aleppos sei am Rand des Zusammenbruchs, nur noch rund 30 Ärzte seien verblieben und so gut wie keine Ausrüstung oder Medizin.

"Die Kinder in Aleppo sind in einem lebendigen Alptraum gefangen", sagte Unicef-Vizechef Justin Forsyth. "Es gibt keine Worte mehr, mit denen man das Leid, das sie erleben, beschreiben könnte." Diese Angriffe auf Kinder seien durch nichts zu rechtfertigen, sagte Forsyth. "Das Leid und der Schock bei den Kindern ist so schlimm, wie wir es noch nie gesehen haben."

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