USA von

Ein Dreijähriger als Bürgermeister

James Tufts übernahm das Zepter in dem kleinen Dorf Dorset in Minnesota

Kind als Politiker © Bild: istockphoto.com (Symbolbild)

Katzen, Hunde – in Kleinstädten in den USA gab es schon allerhand Skurrilitäten bei Bürgermeisterwahlen. In einem Dorf im Bundestaat Minnesota wurde nun ein Dreijähriger zum Orts-Oberhaupt gewählt. Als Nachfolger seines sechsjährigen Bruders.

Große Polit-Dynastien bestimmen also offenbar nicht nur die ganz große US-Politik, sondern auch die ganz kleine. Künftig muss man die Tufts wohl im selben Atemzug wie die Reagans, Bushs oder Clintons nennen. Der Grund dafür ist drei Jahre alt und hört auf den Vornamen James.

Der Knirps übernahm nun nämlich im 20-Seelen-Ort Dorset das Bürgermeister-Amt. Damit tritt er in die Fußstapfen seines älteren Bruders Robert, mittlerweile sechs Jahre alt. Auch der wurde bereits im zarten Alter von drei zum Bürgermeister gewählt, musste den Mühen des Amtes aber nach zwei Jahren Tribut zollen und gab es an den – im Vergleich dazu steinalten – 16-jährigen Eric Mueller ab.

Aus dem Hut gezogen

Nun ist das Amt wieder in das Haus Tufts zurückgekehrt. Verantwortlich dafür ist freilich keine gefinkelte Kampagne, sondern vielmehr Losglück. Der Name des künftigen Bürgermeisters wird in Dorset nämlich aus dem sprichwörtlichen Hut gezogen. Für einen Dollar kann jeder Bürger den Namen seines Wunschkandidaten auf einen Zettel schreiben, der in den Hut kommt. Zusatznutzen: Dadurch, dass jeder so viele Zettel kaufen und einwerfen kann, wie er will, kommt auch eine kleine Summe für wohltätige Zwecke zusammen.

Doch zurück zum neuen Amtsinhaber: Bürgermeister James erklärte nach seinem Triumph, er wolle Kindern, die ins Krankenhaus müssen, Geschenke bringen und Spenden für Leukämiekranke sammeln. Auch einen Verhaltenskodex für seine einjährige Amtszeit hat er sich bereits zurecht gelegt: „Nett sein und keine Schimpfwörter benutzen“.

Sein Bruder und Vorgänger Robert glaubt übrigens, dass Robert eine gute Wahl war. „Er macht nicht zu viele gemeine Sachen und ich habe ihm beigebracht, wie man nett ist“, erklärte der weltgewandte Sechsjährige.

19-Jähriger bei echter Wahl erfolgreich

Doch nicht nur bei Spaß-Wahlen wie dieser gibt es in den USA Erfolge blutjunger Kandidaten. Im Mai wurde der 19-jährige Brandon Paulin zum Bürgermeister der Kleinstadt Indian Head in Maryland gewählt. In diesem Fall jedoch mit vollem Ernst. Paulin, der aufgrund seines Alters in den USA übrigens noch kein Bier legal bestellen kann, schlug bei der Wahl unter anderem den 69-jährigen Dennis Scheessele, der die Geschicke des Ortes vier Amtsperioden lang geleitet hatte.

Der Politikwissenschafts-Student ärgerte sich darüber, dass Vorgänger Scheessele und sein Vizebürgermeister praktisch nichts getan hatten, um die Situation in der 4.000-Einwohner-Gemeinde zu verbessern und kandidierte darum selber. Am Interesse an Politik mangelt es ihm sichtlich nicht: bereits seit seinem elften Lebensjahr bringt er sich bei Bürgerversammlungen ein und erkämpfte bereits vor seiner Wahl Stopptafeln an gefährlichen Straßenecken.

Wie Paulin der „Washington Post“ erzählte, mag er den Prozess, Gemeinden zu verbessern und Politik zu gestalten. Sein Hobby, Gesetze zu schreiben, wird ihm in seinem neuen Teilzeit-Job auch sicher nicht schaden.

Kommentare

Ich denke dieser Knirps könnte auch Gen. Dir. bei der OMV sein. Bei diesen Spritpreisen kann man gar nichts falsch machen.

Bill Rizer
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Kann auch nicht schlimmer laufen als bei uns. Zudem sind Kinder nicht so korrupt geldgierig wie Erwachsene.

christian95 melden

WIR verdienen nichts anderes!
Wenn wir uns solche Politiker wählen....
(Nur wer Veränderung wählt kann auch Veränderung erwarten).
Übrigens: "Korrupt" sind nur FPÖ/BZÖ keinesfalls SPÖ oder ÖVP. Darum werden weiterhin Richter, Staatsanwälte, Polizei, ORF .... im Proporz mit Parteigünstlingen besetzt. Die arbeiten danach völlig "unabhängig"; ich glaub´s.

Dieses Lossystem sollte auch in Österreich eingeführt werden. Recht viel schlimmer als mit Faymann und Co. kann es e nicht werden.

Der ist sicher ein besserer Bürgermeister als der "Veltliner-Michi"!

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