US-Wahlkampf hält in MySpace Einzug:
Internetuser beteiliegn sich an Debatten

Eigenes Portal mit Applikation zum Downloaden Komission will vor allem bei Jugendlichen punkten

US-Wahlkampf hält in MySpace Einzug:
Internetuser beteiliegn sich an Debatten © Bild: myspace.com

Die Social-Networking-Plattform MySpace ist von der MyDebates.org bereits online gehen.

Auf der Plattform wird eine spezielle Applikation zum Download zur Verfügung gestellt, die eine Verfolgung von künftigen Debatten der Präsidentschaftskandidaten per Live-Videostream ermöglicht und diese für eine spätere On-Demand-Nutzung archiviert. Des Weiteren wird es auf dem Portal auch möglich sein, interaktiv an den politischen Diskussionen teilzunehmen und eigene Fragen an die Kandidaten zu übermitteln. Auf diese Weise soll sich jeder Wähler ein besseres Bild davon machen können, welche Standpunkte die Anwärter auf das höchste Amt in den USA zu bestimmten Fragen und Problemen haben.

Neues Feld im Wahlkampf
Mit der aktuellen Kooperation betritt die CPD ein bisher noch ungenutztes Feld. MySpace ist der erste Internetkonzern, der von der Kommission eine offizielle Genehmigung dafür erhalten hat, die Präsidentschaftsdebatten auch im Web entsprechend aufzubereiten. Nach Meinung vieler Experten verbirgt sich hinter der eingegangenen Partnerschaft der Versuch der CPD, vor allem bei jüngeren Wählerschichten zu punkten. Rund vier Fünftel der MySpace-Nutzerschaft rekrutiere sich aus Jugendlichen, das soziale Netzwerk sei deshalb "ein wichtiger Angelpunkt" für diese Zielgruppe. Das politische Potenzial von Social-Community-Plattformen sei zwar enorm, gleichzeitig müsse aber auch festgestellt werden, dass ihre Auswirkung auf Faktoren wie Wahlbeteiligung, Bekanntheit und das schlussendliche Wahlresultat bislang noch nicht ausreichend nachgewiesen werden konnte, merken kritische Stimmen an.

Dass derartige Ansätze, die eine Verfolgung von wichtigen politischen Debatten auch im Internet ermöglichen, bei der Bevölkerung gut ankommt, hat der US-Nachrichtensender CNN bereits im vergangenen Jahr unter Beweis gestellt. So wurde es den Bürgern aus aller Welt im Zuge einer Kooperation mit dem Online-Videoportal YouTube ermöglicht, ihre Anliegen und Fragen im Rahmen der öffentlichen Debatten mit den US-Präsidentschaftskandidaten via Internet vorzubringen. Laut Angaben von CNN war diese neue Form der polischen Debatte "ein voller Erfolg". Tausende Einsendungen aus der ganzen Welt seien damals eingetroffen.

Ansätze auch in Österreich
Ein ähnliches Modell soll auch im Zuge der am 28. September stattfindenden Nationalratswahl in Österreich zum ersten Mal zum Einsatz kommen. "Eine entsprechende Kooperation mit YouTube gibt es bereits", verrät Alexandra Damms, Pressesprecherin des privaten TV-Senders ATV . Nähere Details wolle man zwar erst Ende des Monats bekannt geben, der erste Sendetermin für die neuartige Polit-Diskussion stehe aber mit 21. September bereits fest. "Wir schlagen hier einen ganz neuen Weg ein, der vor allem für jüngere Zielgruppen interessant ist", so Damms abschließend.
(pte/red)