Wahlen von

Tag der Entscheidung
zwischen Clinton und Trump

Rennen um die US-Präsidentschaft geht zu Ende: Was man vor der Wahl wissen muss

Wahlen - Tag der Entscheidung
zwischen Clinton und Trump © Bild: Brian Cahn / Zuma / picturedesk.com

Der lange Wahlkampf in den USA ist vorbei. Heute Nacht wird sich klären, ob mit Hillary Clinton erstmals eine Frau Präsidentin wird, oder ob der umstrittene Kandidat Donald Trump ins Weiße Haus einziehen wird. Wie stehen die Umfragen? Wo kann man die Wahl sehen? Wann wird man das Ergebnis wissen? Diese Fragen beantwortet News.at. Und wird die ganze Wahlnacht mit einem Liveticker begleiten.

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Wie funktioniert das Wahlsystem der USA?

Polit-Experte Yussi Pick erklärt das in einem Video für News.at

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Was wird in den USA noch gewählt?

Dazu gibt es ein weiteres Erklärvideo von Yussi Pick

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Was sagen die Umfragen?

Verschiedene Medien ziehen einen Schnitt aus allen Umfragen, wieder andere haben ein statistisches Modell entwickelt, das Umfragen unterschiedlich gewichtet und mit dem man die Wahrscheinlichkeit berechnen kann, dass einer der beiden Kandidaten US-Präsident wird. Alle diese Modelle sehen Hillary Clinton als klare Favoritin. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass sie gewinnt, wird von diesen Plattformen sehr unterschiedlich bewertet. Laut „Huffington Post“ wird Hillary Clinton mit 98 prozentiger Wahrscheinlichkeit Präsidentin. Laut „Fivethirtyeight“ sind es hingegen nur 65 Prozent.

Steht das Wahlergebnis also schon fest?

Nein, Umfragen sind nur Momentaufnahmen, zudem liegen diesmal die Resultate der verschiedenen Umfragen sehr weit auseinander. Zwar lässt sich durch die Vielfalt an Umfragen das Ergebnis der Wahl in den USA besser vorausberechnen als bei uns, doch dabei handelt es sich trotzdem nur um statistische Wahrscheinlichkeiten. Statistikguru Nate Silver hat auf seinem Portal „Fivethirtyeight“ die letzten zwei Wahlen korrekt vorausgesagt. Laut seinem Modell hat Trump eine 34 prozentige Chance morgen US-Präsident zu werden. Würde die morgige Wahl also drei Mal abgehalten werden, dann würde Trump wahrscheinlich eine dieser Wahlen gewinnen und Hillary Clinton zwei. Doch die morgige Wahl findet in Wirklichkeit natürlich nur einmal statt. Alles wird also davon abhängen, wem es gelingt, seine Wähler tatsächlich zur Urne zu bringen.

Was spricht dafür, dass Hillary Clinton gewinnt?

Hillary Clinton lag von Beginn des Wahlkampfes an in den meisten Umfragen in Führung. Zwar wurde der Abstand zuletzt knapper, doch in Führung liegt sie weiterhin. Zudem hat sie die breitere Wählerkoalition. Weiße Frauen, Bessergebildete und Angehörige der Minderheiten unterstützen sie mit großer Mehrheit. Dazu kommt dass sie die bessere Wahlkampforganisation hat und damit eher die Möglichkeit, ihre potenziellen Wähler auch tatsächlich zur Wahl zu motivieren. In den USA kann man in vielen Bundesstaaten bereits vor dem Wahltag wählen. Laut bisherigen Ergebnissen ist die Wahlbeteiligung in vielen Gebieten, die eher Clinton unterstützen dürften, besonders hoch. Das spricht dafür, dass Clinton womöglich besser abschneidet als erwartet.

Was spricht dafür, dass Donald Trump gewinnt?

Hillary Clinton sorgt bei ihren Wählern für wenig Begeisterung, viele wählen sie vor allem um Trump zu verhindern. Trump begeistert seine Anhänger, das sind besonders schlechter gebildete weiße Männer, hingegen sehr. Gut möglich, dass die Umfragen unterschätzen, wie viele dieser Wähler tatsächlich wählen gehen. Trumps Wähler sind außerdem etwas besser verteilt als die WÄhlerschaft von Clinton. Viele Latinos lehnen Trump wegen seiner rassistischen Aussagen über Mexikaner massiv ab und werden Clinton wählen. Doch sie leben überproportional häufig in Bundesstaaten, die Clinton sowieso gewinnt oder in denen sie keine Chance hat. Trumps Wähler konzentrieren sich hingegen auf das Gebiet der großen Seen. In diesen Bundesstaaten gewinnen zumeist die Demokraten, doch hier gibt es besonders viele schlechter gebildete Weiße. Sie könnten Trump ins Weiße Haus bringen.

Wo entscheidet sich die Wahl?

Für Clinton gibt es viele Möglichkeiten die Wahl zu gewinnen. Der einfachste Weg für sie wäre einen Großteil derjenigen Staaten zu gewinnen, die Obama 2012 holte. Dabei könnte sie Florida, Ohio, Iowa und New Hampshire verlieren und würde immer noch Präsidentin werden. Umgekehrt hat sie gute Chancen in North Carolina zu gewinnen und geringere Chancen in Arizona und Utah. Für Trump muss am Wahltag hingegen alles klappen, er hat im Gegensatz zu Clinton nicht mehrere Optionen. Falls er Florida verliert, gibt es kaum eine Chance für ihn Präsident zu werden. Doch selbst wenn er in Florida und Ohio Sieger wird, muss er zumindest einen weiteren Bundesstaat gewinnen, um Präsident zu werden.

Wann wissen wir, wer Präsident wird?

12:00 Uhr: Kurz nach Mitternacht gibt es in den USA die ersten Hochrechnungen. Doch zu dieser Zeit schließen nur die Wahllokale in Kentucky und Indiana. Höchstwahrscheinlich lässt sich daraus noch nichts ableiten.

01:00 Uhr: In Virginia und Florida schließen die Wahllokale. Liegt Clinton hier klar in Führung, dann ist die Wahl wohl gelaufen. Allerdings müssen Wahllokale in den USA so lange geöffnet sein, so lange noch Leute in den Schlangen vor dem Wahllokal stehen. Voraussichtlich wird man um 1:00 Uhr früh also noch nicht viel sagen können.

01:00 – 02:00 Uhr: In den meisten US-Bundesstaaten wurde bereits gewählt oder die Wahllokale schließen in diesen Minuten. Ein erster Trend sollte sich bereits abzeichnen.

03:00 Uhr: Jetzt fehlen nur mehr die Westküste und die meist wenig bevölkerten Bundesstaaten in der Mitte der USA. Wer nun den Fernseher einschaltet, sollte voraussichtlich demnächst wissen, wer US-Präsident wird.

05:00 Uhr: Bis auf Alaska sind nun alle Wahllokale geschlossen. Wenn das Ergebnis in wichtigen Bundesstaaten nicht extrem knapp ist, dann sollte spätestens jetzt der US-Präsident feststehen.

Wie läuft der Wahlkampf im Fernsehen?

ORF 2 beginnt seine Wahlberichterstattung mit einer „ZiB 2 Spezial“ um 22:00 Uhr. Ab 02:00 Uhr beginnt die eigentliche Wahlberichterstattung durchgehend bis 9:30 Uhr. Puls 4 beginnt seine Berichterstattung um 02:40 Uhr. Um diese Zeit dürfte es bei der US-Wahl langsam spannend werden. Servus TV widmet sich in einem „Servus am Morgen-Spezial“ den Ergebnissen der Wahl.
ATV widmet der Wahl ein „Klartext-Spezial“ um 22:35 Uhr

Wann sollte man einschalten?

Wer sich nur für das Ergebnis interessiert, kann sich den Wecker auf 03:00 Uhr stellen. Dann liegt womöglich bereits ein Ergebnis vor. Wer die ganze Wahl verfolgen will, sollte ab Mitternacht vor dem Fernseher sitzen.

Wie hält man die Wahlnacht durch?

Der Blog „USA 2016“ hat praktische Tipps für die Wahlnacht gesammelt. Viel trinken, aber keine Energy Drinks“ und wenig Alkohol, sowie ein Nickerchen am Nachmittag halten, sind einige der Vorschläge.

Könnte alles auch ganz anders ausgehen?

Ja, wenn keiner der Kandidaten die notwendigen 270 Wahlmänner erreicht, dann entscheidet das Repräsentantenhaus über den nächsten US-Präsidenten. Dieses kann auch einen neuen Kandidaten nominieren. Trump hat zudem mehrmals angedeutet, dass er das Wahlergebnis nicht akzeptieren wird. Womöglich gibt es also eine Fortsetzung des Wahlabends vor Gericht.

Kommentare

Einst war zu lesen: "Explizit lobte Obama die Flüchtlingspolitik Deutschlands"
Jeder Flüchtling der in Deutschland, unterkommt, hat keine Motivation in die USA einzuwandern oder erzeugt in den USA bei den Bürgern ein Bedürfnis, dass ihm geholfen werden muss.
Folglich ist B. Obama begeistert von A. Merkel und Co.
Und D. Trump ist froh dass Europa die vielen muslimischen Flüchtlinge aufnimmt.

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