US-Wahl von

Romney wählen oder Job verlieren

Chef einer großen Immobilienfirma droht seinen Mitarbeitern mit Arbeitslosigkeit

Mitt Romney bei einem Wahlkampfstopp in Delaware. © Bild: REUTERS/Shannon Stapleton

David Siegel, Gründer und Geschäftsführer des großen US-amerikanischen Immobilien-Unternehmens Westgate Resorts, hat mit einer E-Mail an seine rund 7.000 Mitarbeiter für gehörigen Wirbel gesorgt. In dem langen Schreiben droht er seinen Angestellten mit Stellenstreichungen, falls Barack Obama bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen wiedergewählt wird.

"Wenn ich oder meine Firma mit irgendwelchen neuen Steuern belastet werden, wie es der derzeitige Präsident plant, werde ich keine andere Wahl haben, als das Unternehmen zu verkleinern. Ich werde Einsparungen vornehmen müssen", so die düstere Prognose des Superreichen. "Das bedeutet weniger Jobs, weniger Vergütungen und sicherlich weniger Möglichkeiten für jeden", fährt Siegel fort. Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Mogul aus Florida in politische Angelegenheiten einmischt. Siegel behauptet sogar, für die Wahl von George Bush, jr. im Jahr 2000 "persönlich verantwortlich" gewesen zu sein. Seine Art der Unterstützung sei aber nicht unbedingt legal gewesen.

"Problematische" Vorgehensweise

Unternehmensberater Bernd Höhne steht dieser Vorgangsweise skeptisch gegenüber. "Jeder darf zwar seine Meinung frei äußern, doch diese massive Einflussnahme ist schon sehr drastisch. Die Vereinigung von wirtschaftlicher und politischer Macht ist generell und speziell in diesem Fall höchst problematisch und widerspricht den demokratischen Grundvorstellungen", so Höhne.

"Als ihr Arbeitgeber kann ich Ihnen natürlich nicht vorschreiben, wen Sie wählen sollen", heißt es in der E-Mail. Obwohl Siegel darin keine direkte Wahlempfehlung abgibt, ist der Tenor klar. Die derzeitige Wirtschaftslage bedrohe momentan keinen Job. Weitere vier Jahre Obama würden dies aber sehr wohl tun. "Also, wenn Sie vor der Wahlentscheidung stehen, fragen Sie sich, wer etwas von Wirtschaft und Geschäftsführung versteht und wer nicht!"

Anwesen nach Versailler Vorbild

Siegel, der sein neues Privatanwesen nach dem Vorbild von Schloss Versailles bauen ließ, legt zudem Wert auf folgende Feststellung: "Die Medien wollen Ihnen glauben machen, dass das 'eine Prozent' schlecht ist. Doch ich sage Ihnen, das ist es nicht. Es schafft die meisten Arbeitsplätze", erklärt Siegel. Er warnt vor einem "politischen Hurrikane". Höhne glaubt nicht an einen solchen. Das Motiv für diese drastischen Warnschüsse vonseiten Superreicher sieht er in dem Interesse, die persönlichen Pfründe mit Überzeugung zu sichern. An Umverteilung sei man nicht interessiert.

Der durchschnittliche Jahresertrag von Westgate Resorts beläuft sich auf rund eine Mrd. Dollar. Der Konzern macht den Großteil seines Umsatz mit dem zeitlich begrenzten Vermieten von Ferienhäusern und anderen Immobilien. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Florida und ist der weltweit größte Privatanbieter von Ferienunterkünften. Wie sich das Schreiben auf das Wahlverhalten seiner Mitarbeiter auswirkt und ob es einen Einfluss hat auf die Ergebnisse in den sogenannten "Swing States", ist ungewiss.

Kommentare

Na das gibt wohl einen Kreisky Effekt. Sein berühmter Einsatz für das Atomkraftwerk Zwentendorf. Damit verschaffte er den Atomkraftgegner den Vorsprung bei der Volksbefragung.

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