US-Wahl 2012 von

"Mitfühlendes Amerika"

Präsident bedankt sich bei Anhängern - Streckt die Hände zum politischen Gegner aus

US-Präsident Barack Obama hat sich in der Nacht auf Mittwoch (Ortszeit) vor tausenden Anhängern in seiner Heimatstadt Chicago im Bundesstaat Illinois für seine Wiederwahl bedankt. Die Wahl habe gezeigt, dass die Nation Fortschritte mache. "Und das macht sie wegen euch", sagte Obama. Er werde sich in den kommenden Wochen sowohl mit dem unterlegenen republikanischen Kandidaten Mitt Romney als auch den Führern beider Parteien zusammensetzen und darüber sprechen, wo beide Seiten kooperieren könnten, um die Probleme zu lösen, "die wir nur gemeinsam lösen können"

"Wir sind eine amerikanische Familie", betonte der Demokrat und fügte hinzu: "Wir haben auf den richtigen Weg zurückgefunden." "Das beste liegt noch vor uns", so Obama. Trotz aller Unterschiede würde ein Großteil der US-Amerikaner die "gleichen Hoffnungen für das Land teilen", so Obama in dem Chicagoer Konferenzzentrum. Er wünsche sich ein Land, das" sicher ist und von anderen geschätzt wird, ein Land des Vertrauens". "Wir glauben an eine großzügiges, mitfühlendes, tolerantes Amerika", sagte er.

Die Rolle der Bürger ende nicht mit der Stimmabgabe. Es gehe darum, was gemeinsam erreicht werden könne. Gleichzeitig bedankte er sich bei "jedem US-Bürger, der an den Wahlen teilgenommen hat". Seinem unterlegenen Kontrahenten Mitt Romney gratulierte er zu dem hart umkämpften Wahlkampf.

Obama dankte seinen Unterstützern, die ihm im Wahlkampf begleitet haben. "Ihr seid das beste Kampagnenteam, das es je gegeben hat. Das Beste!", sagte der wiedergewählte Präsident. "Ihr seid eine Familie. Ihr tragt die Erinnerung mit Euch an die Geschichte, die wir zusammen gemacht haben." Ohne diese Unterstützer wäre der Erfolg nicht möglich gewesen: "Ihr seid es gewesen, die mich emporgehoben haben."

Herausforderungen in zweiter Amtszeit

In seiner zweiten Amtszeit steht der 51-Jährige vor großen Herausforderungen: Er muss so schnell wie möglich das riesige Haushaltsloch angehen, ohne eine weitere Rezession zu riskieren. Dazu braucht er die Unterstützung des Kongresses. Die US-Volksvertretung bleibt wie in den vergangenen Jahren gespalten. Während Obamas Demokraten bei der Wahl am Dienstag ihre Mehrheit im Senat verteidigten, behielten die Republikaner im Repräsentantenhaus die Oberhand.

"Keiner, der für dieses Land kämpft, soll jemals um einen Arbeitsplatz kämpfen müssen", versprach Obama. Aber auch der politische Alltag sei manchmal ein Kampf. "Demokratie in einem Land mit über 300 Millionen Menschen kann laut und chaotisch sein", sagte Obama. Er gab zu bedenken, dass Menschen in vielen Ländern ihr Leben riskierten, wenn sie ihre Meinung äußern. Sein Land solle Kindern Zugang zu den besten Schulen und Lehrern geben. Und jedem Kind die Chance, den Beruf zu wählen, den es möchte - "und sei es, Präsident zu werden".

Kurz zuvor hatte Herausforderer Mitt Romney seine Niederlage eingestanden und seinem Konkurrenten gratuliert. Nach Erfolgen in mehreren Swing States hatten US-Medien Obama bereits zum Wahlsieger erklärt.

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