US-Wahl 2012 von

Gute Zusammenarbeit?

Politiker aus aller Welt nehmen zu Obamas Wahlsieg überwiegend erfreut Stellung

Faymann bei einem Treffen mit US-Präsident Obama © Bild: APA/NICOLE BAYER

Ob Barack Obama Werner Faymann namentlich kennt, kann nur gemutmaßt werden. Zu Gast in Österreich war der US-Präsident jedenfalls noch nie und in absehbarer Zeit steht auch kein derartiger Besuch an. Dennoch betont Österreichs Bundeskanzler in einer Aussendung die gute Zusammenarbeit mit Obama. Nicht die einzige einschmeichelnde Reaktion nach dem Wahlsieg des Amtsinhabers im Weißen Haus.

Faymann will gut zusammenarbeiten

Bundeskanzler Werner Faymann (S) hat sich Mittwoch früh in einer ersten Stellungnahme erfreut über den "klaren Erfolg" von Barrack Obama bei der US-Präsidentenwahl gezeigt und dem Präsidenten zu seiner Wiederwahl gratuliert. Faymann sehe in den vorläufigen Ergebnissen "ein klares Zeichen für Kontinuität in der konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA", hieß es in einer Aussendung.

"Präsident Obama hat im Kampf gegen die Ursachen der Krise und bei der Regulierung der Finanzmärkte wichtige Maßnahmen eingeleitet. Ich habe Präsident Obama bei unserem Treffen im Mai dieses Jahres für die Wahl Erfolg gewünscht und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit auch in der Zukunft", so der Bundeskanzler.

Spindelegger: "Ergebnis zeigt Polarisierung"

Vizekanzler Außenminister Michael Spindelegger (V) hat am Mittwochvormittag US-Präsident Barak Obama zur erfolgreichen Wiederwahl gratuliert. "Die Wahl fiel erwartungsgemäß knapp aus und zeigt die starke Polarisierung der amerikanischen Gesellschaft", meinte Spindelegger.

"Obama ist daher zu wünschen, dass er sein ursprünglich bereits 2008 formuliertes Ziel, diese Polarisierung zu überwinden – oder zumindest zu verringern – verwirklichen kann", erklärte der Außenminister.

Er erwarte sich jetzt vor allem in dieser zweiten Amtszeit "neuen Elan und mehr Energie bei den internationalen Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind", so der Außenminister. Dies betreffe insbesondere den Nahost-Friedensprozess, den Iran und die internationalen Abrüstungsbemühungen. Der gefährliche Stillstand im Nahen Osten müsse jetzt rasch überwunden werden.

"Präsident Obama muss nicht auf eine weitere Amtszeit schielen und kann daher jetzt Mut zeigen. Wir wollen und werden gemeinsam mit den USA bei den großen internationalen Themen ein einem Strang ziehen."

Fischer "sehr erfreut"

Bundespräsident Heinz Fischer hat sich Mittwoch früh "sehr erfreut" über die Wiederwahl von Barack Obama gezeigt. „Obama ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden und hat von der US Wählerschaft die von ihm angestrebten '4 more years' bekommen“, erklärte Fischer laut einer Stellungnahme seines Büros gegenüber der APA zum vorläufigen Ergebnis der US-Präsidentenwahl.

„Für Europa ist das Wahlergebnis aus mehreren Gründen positiv", ergänzte der Bundespräsident: "Erstens verfügt Präsident Obama heute bereits über die Erfahrung von vier Amtsjahren, zweitens steht Präsident Obama der europäischen Politik und dem Wirtschaftsverständnis Europas näher als sein republikanischer Gegenkandidat. Drittens hat Präsident Obama mehr Verständnis dafür, dass die großen weltpolitischen Aufgaben der nächsten Jahre nicht auf Basis der Dominanz einer Nation sondern nur im Sinne friedlicher internationaler Zusammenarbeit gelöst werden können."

Obama lädt Obama ein

Neben Glückwünschen von Staats- und Regierungschefs aus aller Welt zu seiner Wiederwahl kann sich US-Präsident Barack Obama auch über eine ganz spezielle Einladung freuen - in die kleine japanische Hafenstadt Obama. Der Bürgermeister von Obama, Koji Matsuzaki, werde dem alten und neuen Bewohner des Weißen Hauses einen Glückwunsch- und Einladungsbrief senden, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung am Mittwoch. Darin werde er zum Ausdruck bringen, "dass er sich wünscht, dass der Präsident die Welt führt und bei seinem nächsten Besuch in Japan nach Obama kommt".

Glückwünsche aus Peking

Chinas Führung hat dem alten und neuen US-Präsidenten Barack Obama zu seinem Wahlsieg gratuliert. Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao schrieb am Mittwoch in einer Botschaft, die Beziehungen zwischen China und den USA hätten in Obamas Amtszeit "positive Fortschritte" gemacht.

Putin und Medwedew begrüßten Obama-Sieg

Kremlchef Wladimir Putin hat die Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama begrüßt. Der Kreml habe die Nachricht "sehr positiv" aufgenommen, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in Moskau. "Wir hoffen, dass sich sowohl die bilaterale Zusammenarbeit als auch das gemeinsame Wirken auf internationaler Ebene entwickeln und zu mehr Stabilität beitragen", sagte Peskow der Agentur Interfax. Regierungschef Dmitri Medwedew lobte Obama als verständnisvollen und verlässlichen Partner.

Netanyahu betont Bedeutung der Sicherheit Israels

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyhu hat nach der Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama auf die Bedeutung der Sicherheit Israels hingewiesen. "Die strategische Allianz zwischen Israel und den Vereinigten Staaten ist stärker denn je. Ich werde die Zusammenarbeit mit Präsident Obama fortsetzen, um das grundlegende Bedürfnis der israelischen Bürger nach Sicherheit zu gewährleisten", hieß es am Mittwoch in einer schriftlichen Mitteilung von Netanjahus Büro. Das Verhältnis zwischen Obama und dem konservativen Netanyahu gilt jedoch als schwierig. Vor allem in der Frage eines Militärschlags gegen das iranische Atomprogramm hat es in den vergangenen Monaten erhebliche Spannungen zwischen Washington und Jerusalem gegeben.

Hollande: "Wichtiger Moment"

Frankreichs Präsident François Hollande hat die Wiederwahl von Barack Obama als "wichtigen Moment nicht nur für die USA, sondern für die ganze Welt" bezeichnet. Die Wahl sei "eine klare Entscheidung für ein offenes, solidarisches, voll und ganz international engagiertes Amerika", schrieb Hollande am Mittwoch nach Angaben des Élyséepalastes in Paris an Obama.

Merkel lädt Obama ein

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat US-Präsident Barack Obama am Mittwoch zu seiner Wiederwahl gratuliert und weiter enge Zusammenarbeit angeboten. Sie lud Obama daher auch zu einem baldigen Deutschland-Besuch ein. "Es wäre mir eine Freude, Sie bald wieder als meinen Gast in Deutschland begrüßen zu können."

Sie schätze die zahlreichen Begegnungen und Gespräche über alle Fragen zur Weiterentwicklung der deutsch-amerikanischen Beziehung und über die Bewältigung der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise, ließ Merkel wissen.

Gauck sichert Obama Freundschaft Deutschlands zu

Deutschlands Bundespräsident Joachim Gauck hat dem wiedergewählten US-Präsidenten Barack Obama für dessen zweite Amtszeit die Freund- und Partnerschaft Deutschlands zugesichert. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) formulierte indes seine Erwartung, dass die USA sich nun verstärkt um eine Sanierung ihres Haushaltes bemühen werden.

"Wir sind gefordert, die globalen Herausforderungen und Bedrohungen für Freiheit, Frieden, Wohlstand und unsere Umwelt anzunehmen. Dazu wird Deutschland an der Seite der Vereinigten Staaten von Amerika auch weiterhin verlässlich seinen Beitrag leisten", erklärte Gauck in einem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Glückwunschschreiben an Obama.

Barroso und Van Rompuy wollen enge Kooperation

EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso und der Ratspräsident Herman Van Rompuy haben sich in einer gemeinsamen Mitteilung am Mittwoch erfreut über den Wahlsieg von US-Präsident Barack Obama gezeigt. Die USA seien ein strategischer Schlüsselpartner für die EU. "Wir werden die enge Zusammenarbeit, die mit Obama in den vergangenen vier Jahren aufgebaut wurde, fortsetzen", hieß es aus Brüssel.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat dem wiedergewählten US-Präsidenten Barack Obama Glückwünsche aus Brüssel übersandt. "Die EU und die USA sind die engsten Verbündeten in der Welt - unsere Partnerschaft basiert auf einem breiten Feld von gemeinsamen Werten und Interessen." Es gehe nun darum, dass die Beziehungen vertieft werden. Die Mitglieder der US-Kongresses und das Europaparlament müssten gemeinsam daran arbeiten, die bestmögliche Gesetzgebung auf beiden Seiten des Atlantik zu gewährleisten.

Kommentare

Ignaz-Kutschnberger
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Naja, liebe news.at Redaktion... ihr habt vergessen, dass in Südamerika der Posten vom Vikerl frei geworden ist und dass in Österreich ja 2013 die Wahlen ins Haus stehn... da könnt es dann doch leicht sein, dass es Herrn Werner über den großen See "verweht"...

Ignaz-Kutschnberger
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Und meinen Informationen nach hegen die Beiden (der Werner und der Barack) bereits seit 1981 enge Freundschaft... als Obama nämlich 1981 als Tourist in Wien war, hat ihn der Werner mitn Taxi vom Flughafen zum Hotel gfahrn ;-)

Ignaz-Kutschnberger
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Angebl. soll Obama dabei zu Faymann gesagt haben... Dear Werner, I have a dream... und der Werner soll geantwortet haben: ja, ich auch... aber ich weiß noch nicht ob der Untersuchungs-Ausschuss da auch mitspielt :-)

Ignaz-Kutschnberger
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Übrigens...angebl. gab es auch ein Glückwunschschreiben aus Vorarlberg mit den Worten: Vorarlberg is too small for ME, I feel für Higheres berufen... Aber dies konnte von offizieller Seite bisher noch nicht bestätigt werden!

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