US-Wahl 2012 von

Die großen Zwei

Die USA werden politisch von zwei Parteien dominiert: Demokraten und Republikanern

Der Nominierungsparteitag der Demokraten 2012. © Bild: Alex Wong/Getty Images

Mehrheitswahlrechte fördern politische Systeme mit zwei dominanten Parteien - das ist auch in den Vereinigten Staaten nicht anders. Im Gegenteil: Neben den beiden großen Konstanten, den Demokraten und den Republikanern, bleibt wenig Platz für die übrige politische Konkurrenz. Doch was charakterisiert die großen Zwei?

Die älterer der beiden Großparteien sind die Demokraten, sie wurden in ihrer heutigen Form 1828 gegründet, die Republikaner 1854. Auch in punkto Mitglieder liegen erstere voran, 72 Millionen als Demokraten registrierten Wählern stehen etwa 55 Millionen den Republikanern zugeneigte registrierte Wähler gegenüber.

In Sachen Präsidenten haben aber die Republikaner die Nase vorn. 18 der bisherigen 44 Präsidenten gehörten der Grand Old Party, wie sie auch genannt wird, an, demgegenüber stellten die Demokraten inklusive Barack Obama bislang 15.

Inhaltlich sind die Demokraten die liberalere der beiden Parteien, vor allem, wenn es um gesellschaftspolitische Fragestellungen geht. Innerhalb der Partei ist zwar ein Spektrum von links bis konservativ vertreten, dennoch setzen sie sich grundlegend für einen stärkeren Staat und mehr Sozialprogramme ein - so war die erstmalige Einführung einer großflächigen Krankenversorgung 2008 eines der zentralen Wahlversprechen Barack Obamas.

Republikaner: Möglichst wenig Staat

Demgegenüber treten die wirtschaftsliberalen, ansonsten aber konservativen Republikaner für möglichst wenig staatliche Regulierung ein. Das inkludiert beispielsweise niedrigere Steuern zum Preis von wenigen Sozialprogrammen. Wenn es um Fragen der nationalen Sicherheit geht, sind die Republikaner aber eher bereit, persönliche Freiheiten zugunsten größerer Möglichkeiten für die Behörden zu opfern. Außenpolitisch halten sich die Unterschiede in Grenzen, wobei die Demokraten tendenziell länger an der Diplomatie festhalten.

Entsprechend dieser groben Charakterisierung lassen sich auch die Wählerschichten festmachen. Neben der Arbeiterklasse basiert die Stärke der Demokraten vor allem auf Akademikern, dem gehobenen Mittelstand und ethnischen Minderheiten. Die Republikaner können dagegen hauptsächlich auf weiße Protestanten in den klassischen Vorstädten bauen, aber auch auf das Wirtschaftsbürgertum und die Landbevölkerung.

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