US-Wahl 2012 von

Sturmwarnung für Romney

Ab heute wird es ernst für den Republikaner: In Tampa startet der Nominierungsparteitag

US-Wahl 2012 - Sturmwarnung für Romney © Bild: Reuters

Diese Woche schwenkt der Präsidentschaftswahlkampf in den USA auf die Zielgerade ein. Heute beginnt in Tampa, Florida, Paul Ryan einschwören. Viel wichtiger aber noch: Durch die immense Medienöffentlichkeit - etwa 15.000 Journalisten werden in Tampa erwartet - steht Romney zur besten Sendezeit die perfekte Bühne zur Verfügung, um den Wählern zu erklären, warum sie ihm ihre Stimme geben sollten.

Gelingt es Romney, sein Langweiler-Image abzulegen und die Menschen mit seiner großen Abschlussrede mitzureißen, könnten seine Umfragewerte in den folgenden Tagen deutlich anziehen. Angesichts des Kopf-an-Kopf-Rennens, das sich Obama und er seit Wochen liefern, könnte das Gold wert sein. Gelingt es ihm nicht, könnte andererseits Obama nächste Woche nach dem Parteitag der Demokraten davonziehen. Dass der Präsident ein begnadeter Redner ist, der es wie kein anderer schafft, die Menschen anzusprechen, ist spätestens seit "Yes we can" kein Geheimnis mehr.

Störenfried
Doch nicht nur Sturm "Isaac" wirft seine Schatten, auch die von den bizarren Aussagen des republikanischen Kongressabgeordneten und Senats-Kandidaten Todd Akin ausgelöste Abtreibungsdebatte lässt die Romney-Kampagne nicht los. Akin hatte ja darüber schwadroniert, der weibliche Körper habe eingebaute Schutzmechanismen, um Schwangerschaften nach Vergewaltigungen zu verhindern und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Zwar hat die gesamte republikanische Parteispitze inklusive Romney Akin in der Zwischenzeit zum Verzicht auf die Kandidatur aufgefordert, von Parteichef Reince Priebus wurde er sogar dazu aufgefordert, dem Parteitag fernzubleiben. Akin hat sich für seine Äußerungen zwar entschuldigt, denkt aber überhaupt nicht daran, seine Kandidatur zurückzuziehen. "Ich möchte eine Sache absolut klarstellen, und das ist, dass wir mit dem Senatsrennen weitermachen werden", sagte er in einer christlichen Radio-Talkshow.

Enge Geschichte
Für Mitt Romney keine gute Nachricht. Trotz der umgehenden Distanzierung von Akins Aussagen kann eine solche Störung von außen auch eine Multimillionen-Dollar-Kampagne aus der Bahn werfen - vor allem, wenn es so knapp hergeht. Laut einer aktuellen GfK-Umfrage führt Obama hauchdünn mit 47 zu 46 Prozent. Welche Auswirkungen die Ausfälle Akins auf Romneys Sympathiewerte haben, kann aus dieser Umfrage jedoch noch nicht abgelesen werden. Unter den unabhängigen, sprich keiner Partei zuordenbaren Wählern - immerhin 23 Prozent - dürfte Romney dadurch aber Sympathien verloren haben. Und das schmerzt, tendieren doch im Moment 41 Prozent dieser Unabhängigen zu ihm und nur 30 Prozent zum Amtsinhaber. Noch.

Wer interessiert Amerikaner mehr: Sturm Isaac oder Romney?


Kommentare

Ein Sieg... Romneys ist unumgänglich, will Amerika wieder zur alten Stärke zurück kommen.

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