US-Vorwahlen im Glücksspielstaat Nevada: Clinton und Romney können sich behaupten

Republikaner-Wahl in South Carolina: McCain gewinnt Obama und Ex-First Lady trennten nur wenige Punkte

US-Vorwahlen im Glücksspielstaat Nevada: Clinton und Romney können sich behaupten © Bild: Reuters/Whitaker

Bei den Vorwahlen um die Präsidentschaftskandidatur in den USA haben die Demokratin Hillary Clinton und der Republikaner John McCain wichtige Etappensiege errungen. Die New Yorker Senatorin Clinton setzte sich in Nevada mit 51 zu 45 Prozent gegen ihren schärfsten Widersacher Barack Obama durch. McCain gewann in South Carolina knapp gegen Mike Huckabee.

Der Senator aus Arizona kam auf 33 Prozent, der Baptistenprediger und Ex-Gouverneur von Arkansas erhielt 30 Prozent bei der ersten Vorwahl in den Südstaaten, der traditionellen Republikaner-Hochburg. Die für die Republikaner weniger bedeutende Abstimmung in Nevada gewann der Ex-Gouverneur von Massachusetts, Mitt Romney.

Keine klaren Favoriten
In keiner Partei konnte sich bisher ein klarer Favorit für den Kampf um das Weiße Haus herauskristallisieren. Bei den Demokraten hatten vor Nevada Ex-First-Lady Clinton und der schwarze Senator aus Illinois, Obama, jeweils einen US-Staat für sich gewinnen können. Ex-Senator John Edwards landete abgeschlagen dahinter. Bei den Republikanern gab es vor South Carolina in drei wichtigen Vor-Wahlen drei verschiedene Sieger: Huckabee gewann zum Auftakt überraschend in Iowa, McCain danach in New Hampshire und Romney errang einen Heimsieg in Michigan. Seine beiden Siege in Wyoming und Nevada sind für die Kandidatenkür von geringerer Bedeutung.

Republikaner wählen South Carolina
Für die Republikaner hatte die Abstimmung im konservativen South Carolina auch eine große psychologische Bedeutung: Seit 1980 hat sich der Gewinner der dortigen Vorwahl als Präsidentschaftskandidat der Partei durchgesetzt. Auch McCain hatte dies schon schmerzlich erleben müssen, als seine dortige Niederlage im Jahr 2000 gegen den späteren Präsidenten George W. Bush seine Hoffnungen auf einen Einzug ins Weiße Haus zerstörte. "Es hat eine Weile gedauert, aber was sind schon acht Jahre unter Freunden", rief McCain nun jubelnden Anhängern in Charleston ermutigt zu. "Wir sind auf einem guten Weg."

Der Vietnamkriegs-Veteran räumte vor allem bei Konservativen ab. Sieben von zehn Wählern ordneten sich in Nachwahlbefragungen dieser politischen Richtung zu. Mehr als die Hälfte der Wähler waren religiöse Konservative, doch das war nicht genug für den evangelikalen Prediger Huckabee.

Obama gewinnt Delegiertenstimme
In Nevada gewann Obama seinen Wahlkampfteam zufolge eine Delegiertenstimme mehr als Clinton für den nationalen Nominierungsparteitag der Demokraten. Grund sei das gute Abschneiden des Senators in einigen Bezirken außerhalb von Las Vegas. Parteifunktionäre sagten jedoch, darüber werde erst bei einem Treffen der Demokraten im April entschieden. Erste Analysen zur Stimmabgabe in Nevada ergaben, dass Clinton vor allem von Frauen, Weißen und Latinos gewählt wurde. Hingegen stimmten etwa 80 Prozent der Schwarzen für Obama.

Auftrieb für McCain
McCain kann sich von seinem Sieg in South Carolina neuen Schwung für die kommenden Vorwahl am 29. Jänner in Florida erhoffen, vor allem aber für den "Super Tuesday" am 5. Februar, wenn bei der Wahl in 22 US-Staaten mit einer Vorentscheidung im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur gerechnet wird. Ab Florida beteiligt sich dann auch der ehemalige New Yorker Bürgermeister Rudy Guiliani.

(APA/red)