US-Strafzölle von

Strafzölle: China
startet "Gegenangriff"

US-Strafzölle - Strafzölle: China
startet "Gegenangriff" © Bild: GREG BAKER / AFP

Die USA haben im eskalierenden Handelskonflikt mit China Strafzölle auf Importe von Waren im Wert von 29,04 Mrd. Euro eingeführt.

Nach Inkrafttreten der neuen US-Strafzölle auf chinesische Importe hat Chinas Regierung "den notwendigen Gegenangriff" verkündet. Die USA hätten "den größten Handelskrieg in der Wirtschaftsgeschichte" eingeleitet, sagte der Sprecher des Handelsministeriums in Peking am Freitag.

Die seit Mitternacht (Ortszeit in den USA) geltenden Zölle von 25 Prozent auf chinesische Produkte im Wert von 34 Mrd. Dollar (29 Mrd. Euro) "verletzten" die Regeln der Welthandelsorganisation WTO, erklärte das Handelsministerium.

"Größter Handelskrieg der Weltgeschichte"

China prangerte die US-Strafzölle als den Beginn des "größten Handelskriegs der Wirtschaftsgeschichte" an. Die Zölle von 25 Prozent auf chinesische Produkte verletzten die Regeln der Welthandelsorganisation WTO, erklärte das Handelsministerium.

Die US-Zölle schadeten den globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten ernsthaft und sie lösten Tumulte an den Märkten aus. China werde mit anderen Ländern daran arbeiten, freien Handel zu gewährleisten. Das Land werde seinen Reformkurs fortsetzen und sich weiter öffnen.

Die US-Sonderzölle gelten seit dem heutigen Freitag. Es droht ein voll entfachter Handelskrieg zwischen den USA und China, da Trump mit weiteren Maßnahmen gedroht hat, sollte China seinerseits Zölle auf amerikanische Waren erheben.

Die neuen US-Zölle betreffen 818 Produkte, darunter Autos, Flugzeugteile und Festplatten. US-Präsident Donald Trump begründet seine Strafzollpolitik mit dem enormen Handelsdefizit seines Landes gegenüber China.

US-Handelskammer in China kritisiert Trump

US-Unternehmen in China haben die Strafzölle von US-Präsident Donald Trump auf chinesische Importe als "kontrapoduktiv" kritisiert. "Es gibt keine Gewinner in einem Handelskrieg", betonte der Vorsitzende der US-Handelskammer (AmCham) in China, William Zarit, am Freitag in Peking nach dem Inkrafttreten der US-Sonderabgaben auf Importe aus China im Wert von 34 Mrd. US-Dollar (29 Mrd. Euro).

Solche Strafzölle schadeten nicht nur den USA und China, sondern auch allen anderen Ländern.

Während die 900 in China tätigen Mitgliedsunternehmen der Handelskammer unter ungerechten Wettbewerbsbedingungen in der Volksrepublik litten, sei ihnen auch klar, dass wachsende Spannungen zwischen China und den USA "ihre Tätigkeiten in China negativ beeinflussen". Beide Regierungen sollten an den Verhandlungstisch zurückkehren. Statt die Lage eskalieren zu lassen, sollten sie miteinander reden - mit dem Ziel einer fairen und wechselseitig gleichen Behandlung von Unternehmen.

Chinas Gegenzölle auf US-Produkte ab sofort in Kraft

Wenige Stunden nach dem Inkrafttreten von US-Strafzöllen auf Waren aus China hat Peking wie angekündigt Gegenzölle verhängt. "Die chinesischen Maßnahmen sind mit sofortiger Wirkung in Kraft", teilte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums am Freitag in Peking mit.

Er nannte allerdings keine Einzelheiten zu bestimmten US-Produkten, die nun zusätzlich mit Zöllen belegt sind, oder zum Wert dieser Waren.

Die US-Zölle betreffen insgesamt 818 Produkte vor allem aus dem High-Tech-Bereich, darunter Autos, Flugzeugteile und Festplatten. Ihr Wert beträgt 34 Mrd. Dollar (29 Mrd. Euro). China hatte angekündigt, Gegenzölle im selben Wert zu verhängen.

In einem Handelskrieg gewinnt niemand

Die Führung in Peking hat die Einführung massiver Strafzölle seitens der USA scharf kritisiert: Washington beginne damit den "größten Handelskrieg der Wirtschaftsgeschichte". Der Außenamtssprecher bekräftigte am Freitag, dies sei "das Letzte, was wir uns wünschen". In einem Handelskrieg gewinne niemand.

US-Präsident Donald Trump begründet seine Strafzollpolitik mit dem enormen US-Handelsdefizit gegenüber China, das er als Ausdruck einer unfairen Handelsbeziehung betrachtet. Er hat bereits mit weiteren Strafzöllen auf chinesische Waren im Wert von insgesamt 400 Mrd. Dollar gedroht.

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