US-Sonde "Phoenix" erfolgreich gelandet:
Ab jetzt soll Roter Planet untersucht werden

Auf der Suche nach Spuren von organischem Leben Neunmonatige Reise am Ziel - PLUS: Bilder vom Mars

US-Sonde "Phoenix" erfolgreich gelandet:
Ab jetzt soll Roter Planet untersucht werden © Bild: AP/NASA/University of Arizona

Die US-Marssonde "Phoenix" hat ihre neunmonatige Reise durch den Weltraum erfolgreich beendet und ist auf dem Roten Planeten gelandet. Die Sonde sei auf der Eiskappe am Nordpol des Mars angekommen, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. "Phoenix" soll dort erforschen, ob es auf dem Nachbarplaneten der Erde Formen von Leben gibt oder gab.

Die Sonde soll erstmals gefrorenes Mars-Wasser untersuchen. Das Landemanöver galt als risikoreich. Rund die Hälfte der bisher 14 Mars-Missionen von der Erde sind gescheitert.

Punktgenaue Landung
Mit Applaus und Jubelrufen feierten die Wissenschaftler in der Bodenkontrollstation Pasadena in Kalifornien die gelungene Landung. "Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass dies so perfekt geschieht", sagte der Verantwortliche für die Mission, Barry Goldstein. "Phoenix" sei fast exakt am geplanten Ort gelandet. Nun warte die NASA auf die Bestätigung, dass sich die Solarantennen der Sonde erfolgreich entfaltet haben.

Gegen 01.30 Uhr trat "Phoenix" mit einer Geschwindigkeit von 21.000 Stundenkilometern in die Atmosphäre des Mars ein und begann mit dem schwierigen Aufsetzen. Sieben Minuten später landete sie nach NASA-Angaben sanft auf der Marsoberfläche. Gewissheit über die erfolgreiche Landung hatten die Wissenschaftler und Konstrukteure aber erst weitere 15 Minuten später, als das erste Signal von "Phoenix" den weiten Weg bis zur Erde zurückgelegt hatte. Als besonders problematisch galt nach dem 679 Kilometer langen Flug die starke Abbremsung der Sonde vor der Landung. Zunächst zündete eine Schubumkehr, dann bremste ein Fallschirm das enorme Tempo von "Phoenix" auf nur noch rund acht Stundenkilometer weiter ab.

Suche nach Leben auf Mars
"Wir gehen an einen unerforschten Ort des Planeten und dies ist sehr aufregend", so der wissenschaftliche Leiter der Marsmission, Peter Smith von der Universität in Arizona. Vor fünf Jahren hatte die US-Sonde "Odyssey" bei ihrem Flug um den Mars in der Polarregion Anzeichen für gefrorenes Wasser unter der Bodenoberfläche entdeckt. Wo Wasser ist, könnten zumindest einfache Organismen leben oder gelebt haben, glauben die Wissenschaftler. Um dieser These nachzugehen, investierte die NASA 420 Millionen Dollar (rund 267 Millionen Euro) in die "Phoenix"-Mission.

Die rund 350 Kilogramm schwere Sonde ist mit Instrumenten ausgestattet, die drei Monate lang die Zusammensetzung des Eises auf dem Mars analysieren sollen. Die Sonde hat einen 2,30 Meter langen Roboterarm, der einen Bohrer etwa einen Meter tief in den Boden treiben kann, bis er die verborgene Eisschicht erreicht. Vor Ort sollen die Proben untersucht werden - etwa auf Spuren von Kohlenstoff, der zu den Bausteinen von Leben zählt. Alle Instrumente müssen sich bei Temperaturen von minus 73 bis minus 33 Grad beweisen. Solarzellen sorgen für die Energieversorgung.

Schmerzhafte Verluste
1999 musste die NASA bei der Erforschung des Mars einen schmerzhaften Verlust verkraften: Die Sonden "Mars Polar Lander" und "Mars Climate Orbiter" gingen verloren. Seit 2004 sind allerdings die beiden US-Sonden "Spirit" und "Opportunity" erfolgreich auf dem Mars unterwegs und liefern gute Bilder.

Der Einsatzort der Sonde "Phoenix" im nördlichen Polarkreis des Mars entspräche auf der Erde etwa dem Breitengrad Grönlands oder Nordalaskas. Sie könnte auch den Weg für mögliche bemannte Mars-Missionen bereiten, hieß es beim NASA-Marsprogramm.

Der Name der Sonde gleicht nicht zufällig dem mythischen Vogel, der sich aus der eigenen Asche erhob: "Phoenix" ist aus Teilen einer 2000 abgesagten Mars-Mission zusammengebaut. NASA-Manager bezeichnen "Phoenix" daher auch gerne als "Gebrauchtwagen".

(apa/red)