US-Soldaten länger im Irak & Afghanistan:
Statt 12 nun 15 Monate Auslandseinsatz

Nach 15 Monaten wieder auf Heimatstützpunkte US-Truppe soll um 28.000 Soldaten verstärkt werden

Die Vereinigten Staaten haben die Einsatzdauer für US-Soldaten im Irak und in Afghanistan um drei Monate verlängert, um die Truppenstärke aufrechterhalten zu können. Statt wie bisher für 12 Monate werden die Soldaten künftig für 15 Monate in den Auslandseinsatz geschickt, wie Verteidigungsminister Gates in Washington ankündigte.

Zwischen zwei Einsätzen sollten die Soldaten sich mindestens zwölf Monate erholen können. Die Regelung gelte "ab sofort". Die neue Regelung solle dafür sorgen, dass der erhöhte Truppenbedarf im Irak bis mindestens April kommenden Jahres gedeckt werden könne, sagte Gates. Nach maximal 15 Monaten sollten die Soldaten dann wieder auf ihre Heimatstützpunkte zurückkehren dürfen.

Die neue Irak-Strategie von US-Präsident Bush sieht vor, die US- Truppe im Irak um rund 28.000 Soldaten zu verstärken. Derzeit sind dort etwa 145.000 Armeeangehörige stationiert, bis Juni soll ihre Zahl auf 160.000 steigen. Mit der Truppenaufstockung hofft Bush, die Gewalt vor allem in der irakischen Hauptstadt Bagdad eindämmen zu können. In Afghanistan sind 25.000 US-amerikanische Soldaten im Einsatz.

Laut General Peter Pace gilt die Regelung nur für die Landstreitkräfte. Ausgenommen von der verlängerten Einsatzzeit sind demnach die Marineinfanteristen, die normalerweise sieben Monate in Kriegsgebieten sind, und Soldaten der Nationalgarde.

Führende Demokraten kritisierten die Regierung scharf. Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, sagte, die Ankündigung unterstreiche nur die Tatsache, dass nun die US-Soldaten und ihre Familien "die Bürde des Irak-Krieges" tragen müssten. Bushs Regierung habe es nicht geschafft, die Soldaten richtig auszustatten und auszubilden.

(apa/red)