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US-Senator wegen Vorwürfen sexueller Übergriffe vor Rücktritt

Demokrat Franken kündigte Erklärung an

Der demokratische US-Senator Al Franken steht als Konsequenz aus einer Reihe von Vorwürfen sexueller Übergriffe vor dem Rücktritt. Es wird erwartet, dass er seine Entscheidung am Donnerstag in Washington bekanntgeben wird. Er hat ein Statement für den Morgen (Ortszeit) angekündigt. Aus seinem Büro hieß es am Mittwochabend (Ortszeit): "Eine endgültige Entscheidung wurde noch nicht getroffen."

Nachdem in den vergangenen Tagen neue Anschuldigungen laut geworden waren, war der Druck auf Franken auch aus den eigenen Reihen am Mittwoch schlagartig gewachsen: Mehr als 30 der 48 demokratischen Senatorinnen und Senatoren forderten ihn zum Rücktritt auf, zuletzt auch der Oppositionsführer im Senat, Charles Schumer.

Ein Radiosender aus Frankens Heimatstaat Minnesota meldete am Mittwoch (Ortszeit) unter Berufung auf den demokratischen Gouverneur Mark Dayton, Franken werde zurücktreten. Dayton werde einen Nachfolger Frankens benennen, der bis zur Halbzeitwahl im November 2019 amtieren solle.

Franken (66), ein in den USA sehr prominentes Mitglied der demokratischen Partei, sitzt seit 2008 im US-Senat. Vor seiner Politikerkarriere war er unter anderem Radiomoderator, er trat auch in der populären Sendung Saturday Night Live auf.

Die Vorwürfe gegen Franken hatten im November mit der Schauspielerin und Musikerin Leeann Tweeden begonnen: Sie hatte ihn beschuldigt, ihr vor einem gemeinsamen Auftritt vor Soldaten in Afghanistan zu nahe gekommen zu sein. Auf dem Heimflug von Afghanistan soll er ihr zudem - für ein Foto posierend - an die Brüste gefasst haben, als sie geschlafen habe. Auf dem Foto trug die Frau eine schussfeste Weste.

Nach den Enthüllungen über den Hollywood-Manager Harvey Weinstein kam in den USA eine ganze Reihe von Anschuldigungen gegen mächtige Männer aus der Medien- und der Unterhaltungsbranche sowie der Politik ans Licht. In der US-Politik steht gegenwärtig der Senatskandidat für die Republikaner in Alabama, Roy Moore, im Kreuzfeuer. Mehrere Frauen werfen ihm Übergriffe vor. Am Dienstag wird in Alabama gewählt.

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