US-Sanktionen gegen Syrien verhängt: Strafmaßnahmen gegen Assad-Vertraute

Massive Gewalt gegen tausende Demonstranten Syrische Regierung verweigert Journalisten Einreise

US-Sanktionen gegen Syrien verhängt: Strafmaßnahmen gegen Assad-Vertraute © Bild: Reuters

Wegen des gewaltsamen Vorgehens der syrischen Regierung gegen die Protestbewegung haben die USA Vertraute von Staatschef Bashar al-Assad mit Sanktionen belegt. Wie das Weiße Haus mitteilte, richten sich die Strafmaßnahmen gegen Assads Bruder Mahir sowie weitere ranghohe Vertreter von Militär und Geheimdiensten.

Bei der Gewalt in Syrien kamen nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) seit Mitte März mindestens 300 Menschen ums Leben. Syrische Streitkräfte hätten erst mindestens 24 Demonstranten getötet. Darunter seien auch zwei Kinder, teilte die unabhängige syrische Organisation Sawasiah mit. Es habe Tote in den Städten Daraa, Homs, Latakia sowie in der Nähe der Hauptstadt Damaskus gegeben. Sawasiah erklärte, die Namen der Toten seien der Organisation bekannt.

Die syrischen Streitkräfte waren nach den Freitagsgebeten erneut mit massiver Gewalt gegen tausende Demonstranten vorgegangen. Die Proteste für mehr Demokratie, die vor sechs Wochen begonnen haben, nehmen immer mehr zu. Im Gegenzug verstärkt die syrische Regierung ihren Kampf gegen die Demonstranten. Augenzeugenberichten zufolge setzte die Armee Scharfschützen und Tränengas gegen die Bevölkerung ein. Allein in dieser Woche sollen nach Angaben des Menschenrechtlers Tamer al-Jahamani mindestens 83 Menschen ums Leben gekommen sein.

Journalisten Einreise verweigert
Die meisten Informationen aus Syrien können von unabhängiger Seite nicht bestätigt werden, da viele Ausländer das Land verlassen haben und Journalisten die Einreise verweigert wird.

Trotz eines Protestverbots waren zehntausende Syrer am Freitag erneut gegen die Staatsführung auf die Straße gegangen. In vielen Städten folgten die Menschen einem Aufruf der Opposition zu Demonstrationen nach dem Freitagsgebet.

In Genf konnte sich der UN-Menschenrechtsrat derweil zu einer Resolution durchringen, in der Syrien wegen tödlicher Gewalt gegen friedliche Demonstranten verurteilt wird. Außenminister Spindelegger begrüßte die rasche Reaktion aus Genf.

(apa/red)