US-Profiligen von

Los Angeles dreht durch

Lakers, Clippers und Kings spielen am selben Wochenende im Staples Center

US-Profiligen - Los Angeles dreht durch © Bild: Getty Images/Gross

Clippers, Lakers, Kings, Clippers - vier Play-off-Partien innerhalb von 31 Stunden im Staples Center sorgen für Ausnahmezustand in Los Angeles. Erstmals seit 1993 stehen die Basketballer der Clippers und Lakers zeitgleich mit den Eishockey-Cracks der Kings in einer K.o.-Runde. Bis zu 2.500 Mitarbeiter müssen nicht nur für die kulinarische Versorgung der Fans sorgen, sondern auch innerhalb kürzester Zeit den Umbau von Parkett auf Eis und wieder zurück bewältigen. Nicht länger als zweieinhalb Stunden braucht die Arena-Crew dafür - beeindruckend.

"Dass die Lakers dabei sind, davon konnte man ausgehen", sagt der bekannte Sportreporter Al Michaels, der in LA lebt. Dass die kleinen Clippers und die in der Vergangenheit nahezu ebenso unspektakulär auftretenden Kings hingegen für Play-off-Furore sorgen, hat selbst ihn nach mehr als 35 Jahren hinter dem Mikrofon überrascht.

An diesem Wochenende spielen alle drei Teams daheim - und machen somit die Arena in der Figueroa Street zum Epizentrum der Emotionen. In keiner anderen Stadt Nordamerikas gibt es soviel geballte Ladung Spektakel, Spannung und Spitzensport. Nach dem Selbstwertgefühl einiger Einheimischer ist LA gar "die Sporthauptstadt des Universums" (NBC Sports).

Edelfans von DiCaprio bis Nicholson
Und wie in der Stadt der Engel üblich, hält Hollywood Hof, wenn es um etwas geht. Lakers-Edelfans wie Jack Nicholson, Leonardo DiCaprio oder Andy Garcia werden in der ersten Reihe sitzen, Billy Crystal seinen Clippers die Daumen drücken und Will Ferrell mit seinen Kings fiebern.

Am Samstag empfangen zunächst die Clippers die San Antonio Spurs, anschließend spielen die Lakers gegen Oklahoma City Thunder . Am Sonntag wollen die Kings mit einem Sieg gegen die Phoenix Coyotes erstmals seit 1993 wieder ins Stanley Cup-Finale einziehen, ehe die Clippers sich erneut mit San Antonio messen. Für Sportfans ein Traum, für Arena-Manager Lee Zeidman eine echte Herausforderung. Er wird genauso wichtig sein, wie Lakers-Star Kobe Bryant, Clippers-Spielmacher Chris Paul oder Kings-Goalie Jonathan Quick.

2.500 Mitarbeiter
Für gewöhnlich arbeiten zwischen 1.500 und 1.700 Angestellte bei Veranstaltungen im Staples-Center. Diesmal stockt Zeidman die Mitarbeiterzahl auf 2.200 bis 2.500 auf. Sie müssen nicht nur das Basketball-Parkett vom Eis nehmen und später wieder zusammen puzzlen, sondern auch dafür sorgen, dass an den rund 50 Verkaufsständen nicht Hot Dogs, Pommes oder Chicken Wings ausgehen. "Ich bin seit 28 Jahren im Job, und irgendwie hältst du immer deinen Atem an", sagt Zeidman.

Die größten Sorgen bereitet ihm das Kings-Spiel, das siebeneinhalb Stunden vor der Clippers-Partie beginnt. Eigentlich kein Problem, denn für den Umbau braucht die Arena-Crew maximal zweieinhalb Stunden. Doch was passiert, wenn das Match nach 60 Minuten unentschieden steht und somit länger als die normalen zweieinhalb Stunden dauert? Im Play-off wird gespielt, bis es einen Sieger gibt. Sollte dieser LA heißen, käme eine knapp 40-minütige Siegesfeier samt Pokalübergabe für den Champion der Western Conference hinzu. "Sachen wie diese halten mich die ganze Nacht über wach", betont Zeidman.

Kalifornien-Rundfahrt endet vor der Halle
Zum Glück muss er sich nicht auch noch um das Geschehen vor der Halle kümmern. Als wenn knapp 20.000 Fans pro Partie nicht schon genug wären, endet dort am Sonntag die Kalifornien-Rundfahrt der Radprofis.