US-Präsident noch vor Kim Jong-Il: Bush für Briten größte Bedrohung des Weltfriedens

Umfrage: Iran-Präsident Ahmadinejad nur auf Platz 3

Für Dreiviertel der Briten ist US-Präsident George Bush nach einer Umfrage eine größere Bedrohung für den Weltfrieden als Nordkoreas Machthaber Kim Jong-Il oder der iranische Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad. Rund 75 Prozent von mehr als 1000 Befragten gaben bei einer Meinungserhebung des Instituts ICM im Auftrag der Zeitung "The Guardian" an, die Bush-Regierung sei eine große oder mittlere Gefahr für den Weltfrieden, während 69 Prozent Kim für gefährlich hielten und 62 Prozent den iranischen Präsidenten als Bedrohung einstuften.

Die befragten Briten der Altersgruppe 35 bis 65 Jahren stünden Bush besonders feindselig gegenüber, während junge Menschen unter 35 Jahren dem US-Präsidenten eher vertrauten, heißt es in dem Bericht. In Israel dagegen hielten in einer parallel dazu gemachten Umfrage nur 23 Prozent der Befragten George Bush für eine ernste Gefahr, 61 Prozent waren der Meinung, von dem amerikanischen Präsidenten gehe keine Bedrohung für den Frieden aus, berichtete der "Guardian".

Insgesamt zeigten Umfragen, die außer in Großbritannien und Israel auch in Mexiko und Kanada unter jeweils mehr als 1000 Erwachsenen gemacht wurden, ein großes Misstrauen gegenüber den USA. Auf die Frage, ob die Außenpolitik der USA seit 2001 zu weniger Sicherheit in der Welt beigetragen habe, antworteten 69 Prozent der Briten mit Ja. In Kanada waren 62 Prozent der Befragten derselben Meinung, während in Mexiko 52 Prozent der Ansicht waren, dass die Bush-Regierung für weniger Sicherheit in der Welt verantwortlich sei. Sogar in Israel, einer der engsten Verbündeten der USA, habe Amerika an Unterstützung verloren, berichtete der "Guardian". Hier waren 36 Prozent der Meinung, dass die Politik der USA dem Frieden schade.

In drei der vier Länder sprach sich die Mehrheit der Befragten gegen die Irak-Invasion aus. In Großbritannien hielten 79 Prozent die Invasion für falsch. Rund 89 Prozent der befragten Mexikaner und 73 Prozent der Kanadier waren der gleichen Meinung. In Israel dagegen befürworteten 59 Prozent die Invasion. (APA/red)