US-Pharmafirma muss Frau 1,5 Mio. Dollar zahlen: Hormonpräparat führte zu Krebs

Wusste Firma von krebsauslösendem Medikament? Rund 4.500 weitere Klagen von Entscheid abhängig

Das amerikanische Pharmaunternehmen Wyeth muss einer Frau 1,5 Millionen Dollar bezahlen, die nach eigenen Angaben durch die Einnahme eines Hormonpräparats an Brustkrebs erkrankte. Das entschieden die Geschworenen eines Gerichts in Philadelphia im dritten Fall, in dem es um die möglicherweise Krebs erregenden Nebenwirkungen des Hormonpräparats Prempro ging. Den ersten Prozess im vergangenen August hatte Wyeth gewonnen, der zweite im Oktober wurde ergebnislos beendet. Rund 4.500 Klagen gegen Wyeth sind davon anhängig.

Bei der 60-jährigen Mary Daniels wurde im Juli 2001 Brustkrebs diagnostiziert, nachdem sie Prempro rund 16 Monate täglich eingenommen hatte. Nach einer Strahlen- und Chemotherapie gilt der Krebs als geheilt. Ihre Anwältin Zoe Littlepage warf dem Unternehmen vor, seit Jahren gewusst zu haben, dass das für die Wechseljahre entwickelte Medikament Brustkrebs auslösen könne.

"Die Firma hat vorsätzlich versäumt, Studien anfertigen zu lassen, um das Risiko zu quantifizieren", sagte sie. Wyeth erzielte einst zwei Milliarden Dollar Jahresumsatz mit Hormonpräparaten wie Premarin und Prempro. Die Verteidigung erklärte, der Brustkrebs bei Daniels habe auch von anderen Ursachen ausgelöst werden können.

(apa/red)