US-Open von

Ein sehr starker
Dominic Thiem

US-Open - Ein sehr starker
Dominic Thiem © Bild: Timothy A. CLARY / AFP

Dominic Thiem hat am Samstag bei seinem vierten Antreten bei den US Open bereits zum dritten Mal das Achtelfinale erreicht.

Ein sehr starker Dominic Thiem hat am Samstag zum dritten Mal das Achtelfinale der US Open erreicht. Der als Nummer 6 gesetzte Niederösterreicher besiegte vor 8.500 Zuschauern den gefährlichen Franzosen Adrian Mannarino (Nr. 30) nach 2:12 Stunden mit 7:5,6:3,6:4. Er trifft nun am Montag in einer Neuauflage des vorjährigen Achtelfinales auf Juan Martin Del Potro (Nr. 24).

"Das war mit Abstand das beste Match bei diesem Turnier bis jetzt", erklärte Thiem im immer noch erstaunlich dünn besetzten Interviewroom 1. Der größte Kritikpunkt sei der Beginn gewesen. "Es kann nicht immer so aufgehen, dass ich dann das Break zum entscheidenden Zeitpunkt zum 5:5 mache." Auch Thiem sah den Schlüssel zum Sieg im ersten Satz.

Ein fast fehlerloser Mannarino schaffte gleich zum Auftakt das Break zum 1:0 und stellte in der Folge auf 4:2 bzw. 5:3. Als Thiem auf 4:5 verkürzt hatte, spielte der Weltranglisten-Achte ein großartiges Game und nutzte den ersten Breakball im Match zum 5:5 und schaffte kurz später den Satzausgleich. Mit einem prächtigen Rückhand-Passierball bei 6:5 stellte Thiem im provisorischen Louis Armstrong Stadium nach 54 Minuten auf 7:5.

Dominic Thiem: "Da hat er schon ein bisserl daran genagt"

Der zweifache French-Open-Finalist nahm den Schwung aus dem ersten Durchgang perfekt mit und machte von 3:5 im ersten bis zum 3:0 im zweiten Satz sieben Games en suite. "Da hat er schon ein bisserl daran genagt, dass ich ihm den ersten Satz vor der Nase weggeschnappt habe. Ich denke, dass er auch komplett anders gespielt hätte, hätte er den ersten Satz gewonnen", analysierte Thiem.

Österreichs Tennis-Star wirkte nach dem Satzbeginn befreit und sorgte gemeinsam mit dem nach wie vor stark spielenden Franzosen für einige großartige Ballwechsel. Vor allem als er bei 3:1 zwei Breakbälle seines Gegners abwehren musste und nach einem Netzroller Mannarinos mit sehenswerter Laufarbeit den Serviceverlust vermied. Danach servierte Thiem sicher nach 90 Minuten zur 2:0-Satzführung aus.

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Ein frühes Break im dritten Durchgang zum 1:0 ließ Mannarino aber nicht aufgeben, Thiem musste gleich im zweiten Game wieder drei Breakbälle abwehren - Einen davon sogar mit einem Ball zwischen den Beinen. "Ich bin nicht der Kyrgios, der das zum Spaß macht und bin auch nicht so locker am Platz wie er. Es war die einzige Chance, den Ball gescheit zu spielen. Das war keine Showeinlage", versicherte Thiem.

Bei 5:3 hatte der achtfache Turniersieger seinen ersten Matchball, bei 5:4 und 40:30 seinen zweiten, doch Mannarino fand dann sogar noch einen Breakball zum 5:5 vor. Thiem blieb cool und nutzte seinen dritten Ball zum Aufstieg in die Runde der letzten 16 - und zum sechsten Sieg im sechsten Duell mit dem Franzosen.

Thiem im Achtelfinale

Bei seinem 16. Major steht der Schützling von Günter Bresnik damit schon zum siebenten Mal im Achtelfinale. Am Tag nach seinem 24. Geburtstag kämpft er um sein drittes Viertelfinale nach den beiden French-Open-Halbfinalei 2016 und 2017.

Del Potro besiegte den Spanier Roberto Bautista Agut (11) sicher 6:3,6:3,6:4. Gegen "DelPo" hatte Thiem im Vorjahr wegen einer Verletzung - ebenfalls im Achtelfinale von Flushing Meadows - aufgeben müssen. Der 28-jährige Südamerikaner hat beide bisherigen Duelle gegen Thiem gewonnen.

Schaut Thiem das ÖFB-Match?

Thiem hat den Erfolg übrigens auch vor den Augen von Leicesters Fußball-Star Christian Fuchs gefeiert. "Ja, wir haben irgendwann Nummern ausgetauscht, und sind dann die ganze Zeit in Kontakt geblieben. Gestern waren wir essen und wir sind 20 Minuten voneinander entfernt aufgewachsen. Wir verstehen uns ziemlich gut und es hat mich gefreut, dass er zugeschaut hat."

Das ÖFB-Ländermatch gegen Wales das kurz nach seiner Pressekonferenz begann, würde er nur teilweise sehen können. "Ich werde es bisserl streamen. Das ganze Match werde ich nicht sehen, aber die Daumen sind gedrückt", meinte er mit einem Lächeln und ging zu den TV-Interviews.

Thiem ist nach dem topgesetzten Rafael Nadal (ESP) und Roger Federer (SUI-3) der am höchsten gesetzte Spieler, der bei den mit 50,4 Mio. dotierten Open noch im Bewerb steht. Setzt er sich auch im Achtelfinale durch, winkt ihm ein Duell mit dem 19-fachen Major-Sieger Federer.

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