US-Notenbank öffnet wieder Geldschleusen:
600 Mrd. Dollar werden in Markt gepumpt

Reaktion auf kraftlosen Aufschwung der Wirtschaft Leitzins bleibt auf historischem Tief von 0,0 Prozent

US-Notenbank öffnet wieder Geldschleusen:
600 Mrd. Dollar werden in Markt gepumpt © Bild: Reuters

Die US-Notenbank öffnet wieder die Geldschleusen. Angesichts des kraftlosen Aufschwungs in den Vereinigten Staaten kündigte die Federal Reserve den milliardenschweren Kauf von Staatsanleihen an. Dadurch sollen die Zinsen gesenkt und die Nachfrage angekurbelt werden.

Konkret kündigte die Federal Reserve nach ihrer Sitzung an, für 600 Mrd. Dollar (430 Mrd. Euro) längerlaufende Anleihen zu kaufen. Die Aktion solle im zweiten Quartal 2011 abgeschlossen sein. Geplant sei der Erwerb für etwa 75 Mrd. Dollar pro Monat.

Der Schritt war von den Märkten seit Wochen erwartet worden. Experten hatten Käufe für 500 Mrd. Dollar erwartet. Trübe Konjunkturdaten hatten das als Quantitative Lockerung bekannte Manöver immer wahrscheinlicher werden lassen. So war die größte Volkswirtschaft der Welt im dritten Quartal aufs Jahr gerechnet nur um 2 Prozent gewachsen, in den drei Monaten zuvor lediglich um 1,7 Prozent. Im September lag die Arbeitslosenquote bei 9,6 Prozent.

Zugleich beließ die Zentralbank ihren Leitzins auf dem historischen Tiefstand von knapp über 0,0 Prozent. Ökonomen rechnen erst im nächsten Jahr oder gar 2012 mit einer Anhebung.

"Das Tempo der Erholung in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt bleibt langsam", erklärte der Offenmarktausschuss der Fed nach seinem Treffen in Washington. Ziel der neuen Geldspritze sei es, "ein stärkeres Tempo der konjunkturellen Erholung zu fördern" und eine Deflation zu vermeiden. Bis zum Frühjahr hatte die US-Notenbank rund ein Jahr lang für mehr als 1,5 Billionen (1.500 Mrd.) Dollar Staatsanleihen gekauft.

(apa/red)