US-Luftangriff auf Ziel in Pakistan: Zwölf Menschen durch Raketenattacke getötet

Auch fünf Ausländer sollen unter den Opfern sein Kritik: Militäroperationen der USA kontraproduktiv?

US-Luftangriff auf Ziel in Pakistan: Zwölf Menschen durch Raketenattacke getötet © Bild: APA

Bei einem mutmaßlichen US-Angriff auf ein Ziel in Pakistan sind nach offiziellen Angaben zwölf Menschen getötet worden, darunter fünf Ausländer. Mindestens drei von Drohnen abgefeuerte Raketen seien in einem Haus im Grenzgebiet zwischen Nord- und Süd-Waziristan eingeschlagen, sagte ein pakistanischer Regierungsvertreter. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Der Angriff hatte sich den Angaben nach bereits am späten Donnerstagabend ereignet. Die Region ist eine Hochburg des Chefs der pakistanischen Taliban, Baitullah Mehsud. Er gilt als Drahtzieher einer Reihe von Selbstmordanschlägen, darunter auch dem auf die frühere pakistanische Ministerpräsidentin Benazir Bhutto im Dezember.

Massive Kritik an Angriffen der US-Streitkräfte
Die grenzüberschreitenden Angriffe der US-Streitkräfte von Afghanistan aus stoßen in Pakistan auf massive Kritik. Armeechef Ashfaq Kayani reist kommende Woche nach Brüssel, um dort Kreisen zufolge mit NATO-Vertretern über dieses Thema zu beraten.

Nach Ansicht des US-Geheimdienstes CIA stellt das Terror-Netzwerk Al Kaida nach wie vor die größte terroristische Einzelgefahr für die US-Sicherheit dar. Zwar sei Terroristenchef Osama bin Laden zusehends isoliert von Al Kaida. Doch sei es dem Terrornetzwerk gelungen, sich in den Stammesgebieten entlang der afghanisch-pakistanischen Grenze neu zu organisieren, sagte CIA-Direktor Michael Hayden in der Nacht in Washington.

Verbindungen der Terroristen
Die Rückzugsgebiete der Terroristen in der afghanisch-pakistanischen Grenzregion seien ein besonderes Problem. "Heute hat praktisch jede größere terroristische Bedrohung, die meine Dienste verfolgen, Verbindungen in die Stammesgebiete", sagte Hayden.

Allerdings gerate Al Kaida auch dort zunehmend unter Druck, räumte Hayden offenbar mit Blick auf Aktionen pakistanischer Sicherheitskräfte sowie die umstrittenen Einsätze des US-Militärs auf pakistanischem Boden ein. Die pakistanische Regierung hatte jüngst gegen diese US-Einsätze protestiert; die USA übernahmen allerdings offiziell nicht die Verantwortung für solche Aktionen.

Bin Laden kämpft ums Überleben
Bin Laden sei weitgehend abgeschnitten von den täglichen Aktivitäten des Terrornetzwerks, berichtete Hayden. Er sei gezwungen, "einen Großteil seiner Energie seinem eigenen Überleben zu widmen". Dennoch bleibe die Suche nach ihm eine Priorität der CIA. Bin Laden soll sich im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet versteckt halten.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in New York mit fast 3.000 Toten, die Al Kaida zur Last gelegt werden, hatte eine US-geführte Militärinvasion die radikalislamischen Taliban in Afghanistan gestürzt, die Al-Kaida-Mitgliedern Unterschlupf gewährt hatten. Die Fahndung nach Bin Laden blieb bisher trotz einer von den USA ausgesetzten Belohnung in Millionenhöhe aber erfolglos. (apa/red)