US-General verliert Job nach Obama-Kritik:
Petraeus ersetzt McChrystal in Afghanistan

Oberbefehlshaber stolperte über Aussagen in Magazin Karzai "akzeptiert" Entscheidung von US-Präsident

US-General verliert Job nach Obama-Kritik:
Petraeus ersetzt McChrystal in Afghanistan © Bild: Reuters

US-Präsident Obama hat den Oberbefehlshaber der NATO-Truppen in Afghanistan, Stanley McChrystal, entlassen. Nachfolger von McChrystal in Afghanistan solle der aktuelle Chef des US-Zentralkommandos, David Petraeus, werden, teilte das Weiße Haus mit. Dieser war zuvor Oberbefehlshaber der US-Truppen im Irak-Krieg.

Obama zog damit die Konsequenzen aus kritischen Kommentaren von McChrystal und seinen Beratern über die US-Regierung. Der Präsident äußerte Bedauern, sprach jedoch zugleich von einer "richtigen Entscheidung für unsere nationale Sicherheit". Obama sagte, er könne Versuche der Spaltung nicht akzeptieren. Die US-Politik in Afghanistan werde sich durch den Wechsel an der Spitze nicht ändern.

McChrystal erklärte, er habe sich zum Rücktritt entschlossen, um der Afghanistan-Mission zum Erfolg zu verhelfen. Der 55-Jährige war am Dienstag massiv in die Kritik geraten, nachdem Zitate aus einem Zeitschriften-Artikel im Voraus bekanntgeworden waren. In dem "Rolling Stone"-Porträt äußern sich der General und seine Mitarbeiter abwertend und teils beleidigend über Obama, Vizepräsident Joe Biden und andere Regierungsmitglieder sowie Diplomaten.

Karzai "akzeptiert" Entscheidung
Bereits im Oktober war der 55-jährige General mit Biden wegen der Afghanistan-Strategie aneinandergeraten. Der Abgang McChrystals bedeutet, dass ein ausgewiesener Experte im Kampf gegen Aufständische nicht mehr zur Verfügung steht. Zudem hat er den Respekt des afghanischen Präsidenten Karzai genossen. Karzai erklärte umgehend, er "akzeptiere" Obamas Entscheidung, McChrystal durch Petraeus zu ersetzen.

McChrystal hatte im vergangenen Jahr den Strategiewechsel am Hindukusch umgesetzt. Die USA stockten ihre Truppen massiv auf, gingen in die Offensive gegen die radikal-islamischen Taliban und entwickelten gleichzeitig einen Zeitplan für einen Abzug ihrer Kampftruppen. (apa/red)

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Machtspielchen Solche Spielchen dienen nur einem Zweck: Weiterführung des Krieges erzwingen, indem man den Präsidenten \'anpinkelt\', der lieber heute als morgen den Krieg beenden würde. Im Hintergrund reiben sich die Waffenlobby und einige Wirtschaftsbosse die Hände, schliesslich ist Afghanistan ein potentielles Land, das man ausbeuten kann (Bodenschätze).

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Re: Machtspielchen Sollte der General das wie im Artikel genannt "nicht überleben", dann wird er wohl binnen weniger Monate einen der folgenden drei Jobs haben:

1.) Lobbyist für einen Rüstungskonzern bzw. einen Vorstandsposten in einem solchen unternehmen
2.) Strategischer Berater für eine der vielgepriesenen "ThinkTanks"
3.) Leitende Position in einem privaten Sicherheitsunternehmen á la "Blackwater".

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