US-Automarkt bricht ein: Teurer Kraftstoff und niedrigere Rabatte sorgen für Flaute

GM verkaufte ein Fünftel weniger, Toyota + 16%

Teurer Kraftstoff und niedrigere Rabatte haben die Verkaufszahlen der amerikanischen Autohersteller auf dem heimischen US-Markt im Juli regelrecht einbrechen lassen. Von ihrer Schwäche profitierten die Autobauer aus Japan. Deutsche Hersteller litten auch unter der schwachen Nachfrage nach spritfressenden Sport-Geländewagen, hielten sich aber noch besser als die US-Konkurrenz.

Toyota verkaufte im Juli nach eigenen Angaben 16 Prozent mehr Autos als vor einem Jahr in den USA. Mit 241.826 Fahrzeugen zog der weltweit zweitgrößte Autobauer, der schon Chrysler überholt hatte, nun mit Ford auf dessen Heimatmarkt gleich. "Die Marktbedingungen unterstützen unsere traditionelle Stärke beim niedrigen Benzinverbrauch und unser umfangreiches Hybrid-Angebot", sagte Toyota-US-Chef Jim Lentz am Dienstag.

Die Verkaufszahlen von Ford und Chrysler sanken auf dem größten Automarkt der Welt um jeweils rund ein Drittel gegenüber dem Vorjahr, General Motors verkaufte gut ein Fünftel weniger. Nur ein geringer Teil der Einbußen lässt sich dadurch erklären, dass der Juli 2006 einen Verkaufstag weniger hatte als 2005. Ford schätzt den Rückgang des US-Automarkts auf insgesamt 17 Prozent. Die DaimlerChrysler-Tochter Chrysler, die nach Expertenschätzungen die geringsten Rabatte der großen Drei gewährt hatte, verlängerte ihr Programm, das Kunden die gleichen Nachlässe bietet wie eigenen Mitarbeitern, bis Ende August.

Auch deutsche Hersteller leiden
Auch BMW und Porsche verkauften deutlich weniger Geländewagen. Der Absatz des Porsche Cayenne ging um 27 Prozent zurück, die BMW-Geländewagen-Modelle brachen um 31,5 Prozent ein, bei GM lag das Minus im Kleintransporter- und SUV-Segment ebenfalls bei 31 Prozent. Während Porsche das Minus mit Sportwagen mehr als wettmachen konnte, stand bei BMW insgesamt ein Absatzrückgang von zwölf Prozent zu Buche. VW und Mercedes legten zu, Audi verlor ebenfalls.

Dennoch meldete Porsche für Juli einen Verkaufsrekord: Auf dem wichtigsten Markt des Sportwagenbauers, Nordamerika, sei der Absatz um zwölf Prozent auf 3.335 gestiegen. VW setzte seinen Aufwärtstrend in den USA fort und verkaufte mit 22.627 um fünf Prozent mehr Autos als im gleichen Monat 2005. Besonders gefragt war der neue Passat. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres hat Volkswagen den US-Absatz um 17 Prozent gesteigert. Hingegen verkaufte die Tochter Audi im Juli 2,6 Prozent weniger Autos. Nach sieben Monaten sieht sich Audi mit einem Verkaufsplus von 5,7 Prozent aber weiter auf Rekordkurs.

Bei BMW wurden auch von den Limousinen 6,1 Prozent weniger verkauft. Insgesamt gingen 23.611 Autos der Marken BMW und Mini an die Kunden. Nach sieben Monaten hat BMW aber einen Vorsprung von 5,3 Prozent zum Vorjahr.

Mercedes nach wie vor begehrt
Mercedes-Benz ist in den USA nach wie vor gefragt. Von der Luxusmarke setzte DaimlerChrysler im Juli mit 21.591 Autos vier Prozent mehr ab als im Vorjahresmonat. Dem stand im Konzern allerdings ein Minus von 37 Prozent bei der US-Tochter Chrysler gegenüber. Bei den Händlern stapeln sich nach Firmenangaben derzeit rund 650.000 Fahrzeuge - der Absatz von mehr als vier Monaten. Auch ein neues Rabattprogramm konnte die Verkaufszahlen nicht nach oben treiben.

Allerdings sind die Rabatte in der Branche niedriger als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. Nach Expertenschätzungen legt Chrysler gut 2.600 Dollar drauf, GM sogar fast 4.600 Dollar pro Auto. SUV werden im Schnitt 5.200 Dollar billiger angeboten.

Ford hat im Vergleich zum Juli 2005 rund ein Drittel seiner Kunden verloren und nur noch 241.000 Pkw und Pickups verkauft. Branchenprimus GM setzte gut 410.000 Autos ab. Ford und Chrysler litten darunter, dass sich die Käufer von ihren Sport Utility Vehicles (SUV) wegen der relativ hohen Benzinpreise abwenden und stattdessen vermehrt zu asiatischen Kleinwagen greifen.

(apa/red)